Kühne: Maersk-Einstieg bei Hapag-Lloyd ist kein Thema

25.11.2008 13:58 Uhr
Kühne
Klaus-Michael Kühne (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

Unternehmer Klaus-Michael Kühne hält vollständige Herauslösung von Hapag-Lloyd aus TUI-Konzern für erstrebenswert – Kühne + Nagel stellt sich auf „schwieriges Jahr 2009“ ein

Hamburg. Der Hamburger Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne hält es für sinnvoll, dass auch der rund 30-prozentige Restanteil der Hapag-Lloyd AB beim Hannoveraner TUI-Konzern herausgelöst wird. Das erklärte Kühne in einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“. Dass dieser Anteil noch bei TUI verbleibe, führt Kühne vor allem auf die Weigerung des Vorstandes zurück, „die Satzung zu ändern“. „In einigen Jahren werden wir überlegen müssen, wie wir die TUI auslösten“, sagte Kühne in seiner Eigenschaft als Initiator des so genannten „Hamburger Konsortiums Albert Ballin“, das die Aktienmehrheit an der Traditionsreederei erworben hatte. Kühne stellte klar, dass er seinen Anteil an Hapag-Lloyd in einem solchen Schritt „nicht erhöhen, aber auch nicht senken will“. Mittel- bis langfristig könnte er sich für die Reederei einen Börsengang vorstellen, wobei allerdings sichergestellt werden müsse, dass Hamburg weiterhin eine „starke Position“ behalte. 50 Prozent Börsenplatzierung wäre seine „Idealvorstellung“. Hingegen erteilte Kühne Ambitionen der dänischen Großreederei Maersk eine klare Absage, bei Hapag-Lloyd einsteigen zu wollen. Wörtlich sagte der Unternehmer: „Mich hat das empört, obwohl wir ausgezeichnete Beziehungen zu Maersk haben.“ Die Berichte über einen möglichen Einstieg hätten nach seiner Wahrnehmung im Markt den Eindruck entstehen lassen,“ als ob unser Engagement bei Hapag-Lloyd nur ein Gastspiel sei“. Dem sei jedoch nicht so. Es läge nicht im Interesse des Kühne + Nagel-Konzerns, „wenn Maersk oder eine andere große Reederei Hapag-Lloyd übernehmen würde“. Eingehend auf die Geschäftsentwicklung des in der Schweiz ansässigen Logistikkonzerns, räumte auch Kühne ein, dass der Kühne + Nagel die Folgen der schwächelnden Weltkonjunktur und Finanzkrise zu spüren bekomme. Trotzdem habe man in den zurückliegenden Monaten „noch gute Ergebnisse erzielt“. Für 2009 stellt sich das Unternehmen vorsorglich „auf ein schwieriges Jahr“ ein. Dennoch sieht er für die Logistikbranche mittel- und langfristig ungebrochen gute Chancen. „Die Globalisierung ist nicht zu stoppen. Die Weltwirtschaft wird weiter wachsen.“ (eha)

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