01.12.2011 | Transport + Logistik

Kompromiss im Streit um Euro-6-LKW

Berlin. Seit Monaten kämpft der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) gegen die Entwertung der LKW-Fuhrparks durch eine frühzeitige staatliche Subventionierung der neuen Euro-6-LKW. Jetzt haben sich der BGL und der Verband der Automobilindustrie (VDA) auf einen Kompromissvorschlag geeinigt. Demnach sollen bereits ab Juni 2013 Euro-6-LKW vier Cent weniger Maut pro Kilometer zahlen.

VDA und BGL haben dem Bundesverkehrs- und dem Bundesumweltministerium dazu einen gemeinsamen Vorschlag zur Integration der neuen Abgasnorm Euro 6 für schwere Nutzfahrzeuge in die Mauthöheverordnung unterbreitet. Der Vorschlag solle für die Nutzfahrzeugindustrie und die Transporteure längerfristige Investitionssicherheit schaffen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Dazu sollte durch den Bund eine neue Mauthöheverordnung mit überarbeiteten Mautsätzen bis Sommer 2012 verabschiedet werden. Als finanziellen Anreiz für den Kauf von Euro-6-Fahrzeugen sollte für Euro-6-LKW ab 1. Juni 2013 eine neue günstigere Mautklasse geschaffen werden. Diese Mautklasse läge nach den Plänen von VDA und BGL vier Cent pro Kilometer unterhalb der nächstgünstigen Mautklasse. Diese Spreizung zugunsten von Euro 6 soll jedoch bis Ende 2016 um bis zu zwei Cent pro Kilometer zurückgefahren werden.

„Langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen, ausreichende Möglichkeiten zu ihrer Amortisation und die Stärkung der Nachhaltigkeit des Verkehrs sind wichtige Anliegen des Güterkraftverkehrsgewerbes und der Nutzfahrzeugindustrie", sagten VDA-Präsident Matthias Wissmann und BGL-Präsident Hermann Grewer in einer gemeinsamen Erklärung. „VDA und BGL sind überzeugt, dass mit diesem Ansatz ein fairer Kompromiss zwischen den Anliegen des Gewerbes und der Hersteller gelingen kann." Dieser Vorschlag entspreche zudem den umweltpolitischen Zielen der Bundesregierung sowie den Anforderungen, die sich aus der EU-Luftqualitätsrichtlinie ergeben. Von einer frühzeitigen Bekanntgabe der überarbeiteten Mauthöheverordnung und den zusätzlichen Anreizen aus dem Innovationsprogramm erwarten Grewer und Wissmann, dass eine „beachtliche Anzahl von Euro-6-Fahrzeugen" bereits vor der Euro-6-Pflicht ab Januar 2014 verkauft werden könne. (sb) 

 
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