27.05.2010 |

Köhler fordert Kostenwahrheit im Transportsektor

Leipzig. Bundespräsident Horst Köhler hat die Verkehrswirtschaft zu mehr Kostenwahrheit aufgefordert. "Die Preisbildung beim Transport ist unvollkommen", sagte Köhler auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig. Die Folgen von Umweltzerstörung und Lärmbelästigung seien nicht vollständig eingepreist. "Mehr Kostenwahrheit würde zu mehr Gerechtigkeit führen", betonte Köhler. Er forderte die Regierungen auf, die Wirtschaft zur Kostenwahrheit zu zwingen.

Köhler warnte vor den Auswirkungen des zunehmenden Güterverkehrs als einer Folge der Globalisierung. "Ich frage mich, ob die internationale Wirtschaftsteilung schon zu weit gegangen ist." Nicht jeder durchgeführte Transport sei auch sinnvoll. Der Bundespräsident plädierte deshalb für eine Stärkung der regionalen Wirtschaftsmärkte.

"Weniger Transportaufkommen bedeutet nicht weniger Wirtschaftswachstum", betonte Köhler. Gebraucht würden innovative Lösungen. Dabei könne es nicht nur um schadstoffarme Fahrzeuge gehen, ermahnte Köhler die Teilnehmer des Weltverkehrsforums. Ein wichtiger Teil der Lösung sei es, unnötige Transporte zu vermeiden. "Wir brauchen eine internationale Mobilitätsstrategie", forderte Köhler.

Ramsauer begrüßt Köhlers Forderungen

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) begrüßte Köhlers Forderung nach der Einbeziehung der Umweltkosten im Transportsektor. Obwohl das Thema Kostenwahrheit seit Jahrzehnten diskutiert werde, sei zu wenig in die Praxis umgesetzt worden. "Die Schiene hat eine ganz zentrale Bedeutung bei der Bewältigung des Güterverkehrs", betonte Ramsauer zudem. Die Straße könne nicht alleine die enormen Verkehrszuwächse, gerade im Güterverkehr, bewältigen.

"Unsere mobile Zukunft braucht Innovationen", griff Ramsauer das Motto des Forums auf. In den kommenden Jahrzehnten muss es uns gelingen, die Erfordernisse des Verkehrs mit der Bedürfnissen der Wirtschaft sowie des Umwelt- und Klimaschutzes in Einklang zu bringen.? Neben dem deutschen Programm fuer mehr Elekromobilitaet verwies Ramsauer insbesondere auf das EU-Projekt Galileo, welches für eine bessere Steuerung der Verkehrsströme sorgen werde. (sb)

 
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