03.11.2008 | Transport + Logistik

Klimaschutz in der Logistik: Gabriel formuliert Ziele, Tchibo präsentiert Ergebnisse

Hamburg. Der Handelshaus Tchibo hat Freitag im Beisein von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel Zwischenergebnisse der Klimaschutzinitiative „Lotos (Logistics towards Sutainability)“ präsentiert. Der Hamburger Kaffeeröster erarbeitet seit zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der TU Hamburg-Harburg Methoden, den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen (CO2) in der Transportlogistik zu reduzieren. Bis zum Jahr 2015 will das Unternehmen seinen CO2-Ausstoß in der Transportlogistik (128.500 Tonnen im Jahr 2006) um 30 Prozent bezogen auf 2006 reduzieren. Bis Ende dieses Jahres sind die Hamburger zuversichtlich, „das Etappenziel von sieben Prozent“ zu erreichen.

Der größte CO2-Einspareffekt hat dabei die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit bei den Containerschiffen aus Südostasien. Rund vier der sieben Prozent ergeben sich daraus, dass Tchibo Reedereien bevorzugt, die ihre Fahrgeschwindigkeit von 25 Knoten auf unter 20 Knoten gesenkt haben. Der Seeverkehr verursacht rund 77 Prozent der CO2-Emissionen in der Transportlogistik bei Tchibo.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zeigte sich von den erzielten Ergebnissen begeistert: „Lotos zeigt, das es möglich ist, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess entlang der gesamten Gütertransportkette in Gang zu setzen, der zur Reduzierung von Ressourcenverbräuchen und CO2-Emissionen führt.“ Gabriel formulierte in Hamburg auch ein Klimaziel für die Logistikbranche: „Das Wachstum im weltweiten Warenaustausch und im Güterverkehr dürfe nicht dazu führen, dass der CO2-Ausstoß der Logistik im gleichen Tempo anwachse“, so der Bundesumweltminister. Der CO2-Ausstoß beim Gütertransport müsse vom Wachstum des Güterverkehrs entkoppelt werden, forderte der SPD-Minister. Gabriel würde es nach eigenen Angaben als Erfolg ansehen, wenn der CO2-Ausstoß in der Logistik deutlich geringer anwachse, als die prognostizierten Gütermengen.

Möglich sei diese Reduzierung laut Gabriel durch drei Maßnahmen: Neue Antriebstechnologien, neue Kraftstoffe und bessere Organisationsformen in der Logistik, unter anderem auch durch den Einsatz von modernen IT-Systemen. „Das sind die drei Säulen, um den Anstieg von CO2 in der Logistik in den Griff zu bekommen“, so Gabriel. (ak)

 
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