20.01.2009 |

Kiel: Stena Line setzt auf den intermodalen Verkehr

Kiel. Der intermodale Verkehr Straße, Schiene, Schiff von und nach Kiel darf mittelfristig mit erheblichen Zuwächsen rechnen. Davon gehen Dirk Claus, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Seehafen Kiel, und Ulrich Kock, Frachtmanager Deutschland bei der schwedischen Stena Line aus. Derzeit arbeiten die Reederei und der Hafen an einem Konzept, bei dem der Verkehrsträger Schiene im Vor – und Nachlauf nach Kiel für den Fährverkehr mit Schweden herangezogen wird. „Die schwedische Industrie drängt bei ihren Logistikdienstleistern immer stärker darauf, dass die Umweltverträglichkeit in den Transportkonzepten stärker zum Tragen kommt“, berichtete Kock.


Bislang spielt der Vor- und Nachlauf von Frachtsendungen für den Fährverkehr Kiel -Göteborg „überhaupt keine Rolle“. In anderen Teilmärkten, zum Beispiel nach Norwegen (Kiel -Oslo /Color Line) oder nach Litauen (DFDS) ist der Kombinierte Verkehr bereits eine wichtiges Glied in der gesamten Transportkette. 2008 fielen im kombinierten Verkehr von und nach Kiel rund 9700 Frachteinheiten an, ein Rückgang von gut 24 Prozent gegenüber 2007.


Die Forderung der schwedischen Industrie fällt in eine Zeit, da der Hafen Kiel mit Hochdruck den betagten Schwedenkai mit einem millionenschweren Investment aufwertet. Claus: „Wir haben glücklicherweise heute schon auf diesem Areal Gleisanlagen, die allerdings in den vergangenen Jahren keine Rolle mehr spielten. Das wird sich bis 2010/2011 ändern.“ Welche Mengen künftig im kombinierten Verkehr für die Schwedenroute anfallen werden, das lasse sich derzeit aber noch nicht ablesen. „Doch die Botschaft für den Markt ist klar“, sagte Kock.


Hinter dem Hafen Kiel liegt ein schweres Jahr. Beim Seegüterumschlag rutscht der Hafen wieder unter die für ihn magische Fünf-Millionen-Tonnen-Grenze. Mit gut 4,9 Millionen Tonnen liegt der Umschlag um gut 7,4 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Im reinen Fracht-Fährverkehr fällt der Umschlag sogar noch deutlicher aus: minus 9,4 Prozent.

Für 2009 wagte Hafenchef Dirk Claus diese Einschätzung: „Wir rechnen mit denselben Zahlen wie 2008 beim Güterumschlag.“ Immerhin: Die Delle wird aus seiner Sicht nur vorübergehend sein. So wird der Förde-Hafen in diesem Jahr in den lange ersehnten Containerumschlag einsteigen können. Die Zuversicht in die langfristige positive Entwicklung spiegelt sich auch in dieser Aussage wider: „Für 2009 planen wir Investitionen in Höhe von 24 Millionen Euro in den weiteren Hafenausbau.“ (eha)

 
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