25.01.2012 | Transport + Logistik

Kaufland und Netto im Visier der Zollfahnder

Schweinfurt. Über 450 Zollbeamte haben am Dienstag wegen des Verdachts auf Lohndumping und Sozialversicherungsbetrug mehrere Logistikzentren von Netto und Kaufland durchsucht. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, wird den Handelsunternehmen vorgeworfen, mit Lagerarbeitern und Staplerfahrern unwirksame Werkverträge geschlossen zu haben.

Bei der bundesweiten Razzia kontrollierten die Ermittlungsbeamten nach Angaben des Blattes mehr als 60 Büros, Lagerhallen und Privatwohnungen von Unternehmensverantwortlichen in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen. Neben Netto und Kaufland wurden laut Hauptzollamt in Schweinfurt auch mehrere, an der Lager- und Verteillogistik beteiligte Firmen untersucht. Kaufland und Netto wird vorgeworfen, Logistikbeschäftigte unter Tarif bezahlt und so den Staat um Sozialversicherungsbeiträge betrogen haben. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen erhielten die Arbeiter rund 30 Prozent zu wenig Lohn.

Netto im bayerischen Maxhütte und Kaufland im baden-württembergischen Neckarsulm bestätigten dem „Handelsblatt“ die unangemeldeten Durchsuchungen. Man habe die Arbeit des Hauptzollamtes unterstützt und Einsicht in alle gewünschten Dokumente gewährt. Im Auftrag der Staatsanwaltschaften Bamberg, Regensburg und Stuttgart stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher. Erst nach Auswertung dieses Materials könne die Höhe des mutmaßlichen Schadens festgestellt werden, teilte das Hauptzollamt weiter mit. (ag)

 
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André Gieße
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