Ottawa. Die Regierung in Ottawa hat verschärfte Sicherheitskontrollen bei Luftfrachttransporten beschlossen. Zentraler Punkt der Gesetzesnovelle ist, dass einhundert Prozent aller an Bord von Passagierflugzeugen beförderten Sendungen vor der Verladung geröntgt werden müssen. Für die Umsetzung der Röntgenregel ist eine fünfjährige Übergangsfrist vorgesehen, um der Industrie die Beschaffung der notwendigen Geräte zu ermöglichen sowie das künftige Bedienpersonal einzustellen und gezielt zu schulen.
Dies gilt nur für Exporte, die von kanadischen Flughäfen in den Frachtkammern von Reiseflugzeugen abgeflogen werden sowie für Packstücke, die innerhalb des Landes in Passagiermaschinen befördert werden. Importe sind hiervon einstweilen nicht betroffen, da in den Ursprungsländern sehr unterschiedliche Sicherheitsgesetze gelten, die nicht kurzfristig zu harmonisieren sind und kanadischen Vorgaben angepasst werden können.
Parallel zu der Röntgenregel will Kanada die Anzahl der Sprengstoffdetektoren speziell an den großen Flughäfen des Landes erhöhen und die Trainingsprogramme für Spediteure, Bodenabfertiger sowie Airline-Mitarbeiter in Sachen Luftfrachtsicherheit intensivieren.
Insgesamt sieht die Gesetzesnovelle staatliche Zuschüsse für die Umsetzung der Einzelschritte in Höhe von umgerechnet 74 Millionen Euro vor. "Wir müssen unsere Maßnahmen Schritt für Schritt denen der USA angleichen, um kein Zwei-Klassensystem bei Sicherheitsstandards in Nordamerika entstehen zu lassen", sagte Kanadas Transportminister John Baird bei der Vorstellung des Programms am Pearson Airport in Toronto. In den Vereinigten Staaten gilt die 100-prozentige Röntgenregel für Luftfracht, die im Unterflurbereich von Passagiermaschinen mitgenommen wird, bereits ab dem kommenden August. (hs)