02.03.2009 |

Kampf gegen Piraten: Schifffahrt ist sicherer geworden

Wilhelmshaven. Die kurz vor Weihnachten 2008 seitens der EU gestartete Operation Atalanta zur Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika und dem Golf von Aden zeigt Wirkung. Diese Einschätzung vertritt Fregattenkapitän Hans-Joachim Kuhfahl, 47, Kommandant der Fregatte „Karlsruhe“. Sie nahm als erste Einheit der Deutschen Marine an der EU-Anti-Piraterie-Operation Atalanta teil. Die Marineeinheit hatte am Sonnabend unter großer öffentlicher Beteiligung im Marinestützpunkt Wilhelmshaven nach fast einem halben Abwesenheit wieder festgemacht. Nachfolger für die „Karlsruhe“ ist das baugleiche Schwesterschiff „Rheinland-Pfalz“.

Kuhfahl berichtete, dass es seit Jahresbeginn dank Atalanta „nur drei Kaperungen“ gegeben habe. „Das ist ein Erfolg“, sagte Kuhfahl, der seit drei Jahren Kommandant der „Karlsruhe“ ist. Aus seiner Sicht habe die „Karlsruhe“ ihren Auftrag „voll erfüllt“. Und weiter: „Die Schifffahrt dankt unseren Einsatz. Wir erhielten in der Zeit, als wir dort unten im Rahmen von Atalanta waren, tägliche diverse Dankeschön-Mails von verschiedenen Handelsschiffen in dem Seegebiet. Das hatte die Besatzung sehr motiviert.“

Zu den „prägenden“ Erlebnissen aus der Zeit des Anti-Piraterie-Einsatzes gehörte für Kuhfahl die Rettung eines Seemannes von Bord des ägyptischen Frachters „Wadi Al Arab“ am ersten Weihnachtstag 2008, wenige Tage nach Beginn der EU-Operation. Dieser war in der Folge eines Piratenübergriffs schwer verletzt worden. Die Notoperation des Seemannes auf der „Karlsruhe“ habe diesen vor dem sicheren Tode bewahrt. Kuhfahl: „Der Mann wäre sonst verblutet.“

Die Zusammenarbeit innerhalb der Zweckgemeinschaft „Atalanta“ funktioniere, „nach anfänglichen Kooperationsschwierigkeiten“, inzwischen recht gut. Kuhfahl: „Mit s einem Verband ist es wie mit einer Maschine, die neue eingestellt werden muss.“ Die Besatzung der „Karlsruhe“ sei für ihren Einsatz optimal vorbereitet gewesen, der der Kommandant weiter. Die gesamte Ausrüstung habe sich ebenfalls bestens bewährt. Vor allem das Einsatzmittel Bordhubschrauber sei von größter Bedeutung. „Der gibt einem auch die notwendige Power, um den Piraten etwas entgegen zu setzen.“

Großes Lob zollt Kuhfahl auch der Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Reeder (VDR). Dieser hatte sich 2008 sehr intensiv für das Zustandekommen von „Atalanta“ eingesetzt. Kuhfahl berichtete von regelmäßigen Telefonaten mit der VDR-Spitzen sowie einem fruchtbringenden Informationsaustausch. Er werde in Kürze vor Vertretern der deutschen Reederschaft über seine Erfahrungen im Rahmen von Atalanta berichten.

Das Mandat für die EU-Operation „Atalanta“ erstreckt sich noch bis Dezember 2009. Die Aktion wird von Northwood in Großbritannien aus gesteuert. Die Führung des internationalen Verbandes wechselt im Rhythmus von vier Monaten. Aktuell hat Griechenland das Kommando. (eha)

 
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