Rom. Der Chef der Staatsbahnen, Maurizio Moretti, hat dem italienischen Straßentransport des „unlauteren Wettbewerbs“ beschuldigt. Er sei, was die Kosten angehe, privilegiert. Der Staat habe stets mehr Geld in den Gütertransport auf der Straße investiert, die Schiene sei ein Stiefkind gewesen. Die Freigabe des Wettbewerbs für den Gütertransport auf der Schiene reiche allein nicht aus, so Moretti, um den Gütertransport von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Ihm pflichtet Giuseppe Sciarrone, Geschäftsführer der NTV, bei, die ab 2011 auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken den Staatsbahnen Konkurrenz machen wird. „Es fehlt ein System von materiellen Anreizen, nur so kann der Straßentransport Konkurrenz bekommen“. Seit Jahren geht der Gütertransport auf der Schiene zurück und beträgt derzeit nur noch 9,9 Prozent des Gesamtvolumens, in Europa liegt er – laut Eurostat - bei durchschnittlich 17,7 Prozent, der Straßentransport in Italien liegt bei 90,1 Prozent, im europäischen Durchschnitt bei 76,7 Prozent. (rp)
Italien: Staatsbahn-Chef wirft Straßentransport unlauteren Wettbewerb vor
Maurizio Moretti sieht finanzielle Privilegien für Straßentransportwesen / Schienengüterverkehr sei nur Stiefkind