03.02.2012 | Transport + Logistik

Im Hamburger Hafen wird wieder Eis gepflügt

Hamburg. Der Winter und vor allem Hochdruckgebiet „Dieter“ fordern die Hamburg Port Authority (HPA) heraus. Seit dem heutigen Freitag setzt die Hafenverwaltung aus ihrer Schlepperflotte sechs für den Eisbrechereinsatz geeignete Fahrzeuge ein. Flaggschiff der Eisbrecher-Flotte ist die rund 63 Jahre alte „Johannes Dahlmann“, die nicht nur besonders PS-Stark ist, sondern auch besonders robust ist.

Die „alte Lady“ befindet sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters weiterhin einem technisch sehr guten Zustand. Auf der Wunschliste der HPA steht aber der Ersatz dieses Schiffsoldies. „Wir setzen unsere Fahrzeuge jetzt im 24-Stunden-Betrieb ein“, berichtete HPA-Sprecher Alexander Schwertner auf VerkehrsRundschau-Anfrage. Gut 40 Mann Bordpersonal sind damit rund um die Uhr gebunden.

Dauereinsatz der Eisbrecher geht richtig ins Geld

Nach Auskunft der HPA kommt es im weitverzweigten Wasserwegenetz des Hafens zwar noch nicht zu ernsthaften Behinderungen. Doch aufgrund der tiefen Temperaturen schreitet die Eisstärkenbildung rasch voran. Vor allem kleinere Fahrzeuge, wie Bunkerboote, aber auch Binnenschiffe, stoßen bei Eis im Wortsinne relativ schnell an ihre Leistungsgrenzen. Die Hafenfährgesellschaft Hadag hat bereits Anpassungen an ihrem engmaschigen Hafenfährennetz vorgenommen. Neben der Gewährleistung des Schiffsverkehrs im Hafen dient das Eisaufbrechen auch dem Ufer- und Deichschutz.

Für die HPA ist der Eisbrechereinsatz mit erheblichen Zusatzkosten verbunden. Neben den erhöhten Personalaufwendungen schlagen vor allem die Treibstoffkosten zu Buche. Zur Erinnerung: Im Winter 2010/2011 begann die Eisbrechertätigkeit der HPA am 21. Dezember 2010 und endete am 5. Januar 2011. Der besonders intensive Eiswinter 2009/2010 belastete die HPA mit Mehrkosten von rund einer Millionen Euro beim Eisbrechereinsatz.

Eis behindert Binnenschifffahrt auf Elbe

Die Auswirkungen des in dieser Form so nicht mehr erwarteten Eiswinters machen sich indes weiter elbaufwärts für die Binnenschifffahrt bemerkbar. Bereits gesperrt wurde die Elbe zwischen Dömitz und Geesthacht, wo sich auch die große Staustufe mit integrierter Schleuse befindet.

Die Elbe von Geesthacht in Richtung Hamburg soll dann am Freitagnachmittag für die Binnenschifffahrt gesperrt werden. Die Schiffsführer sind unterrichtet und haben noch Gelegenheit, Winterliegeplätze im Hamburger Hafen anzulaufen. Von den zehn in Geesthacht stationierten Eisbrechern werden acht nach Hamburg verlegt, um die HPA-Eisbrecherflotte zu unterstützen. Die beiden anderen verbleiben in Geesthacht, um eine Eisbedrohung der Staustufe zu verhindern.

Unterschiedliches Bild an der deutschen Ostseeküste

Der Schiffsverkehr auf dem Elbe-Lübeck-Kanal, der bei der Elbe-Stadt Lauenburg beginnt beziehungsweise endet, ist nicht mehr möglich. Aufgrund der massiven Eisbildung wurde der Eisbrechereinsatz auf diesem Kanal eingestellt.

Auf dem Mittelland- und Elbe-Seiten-Kanal (ESK) nimmt die Eisbildung ebenfalls schnell zu. Verschiedene Fährverbindungen über die Elbe sind eingestellt worden, darunter auch die elbabwärts gelegene Verbindung Glücksstadt-Wischhafen.

Behinderungen für die Berufsschifffahrt werden auch im Ver- und Entsorgungsverkehr zu den ostfriesischen Inseln gemeldet. Hingegen ist der Bereich der Ostseeküste Schleswig-Holsteins noch entspannt. Im Nachbarbundesland Mecklenburg-Vorpommern schreitet die Eisbildung und damit auch die Behinderung vor allem in den flachen Boddengewässern voran. (eha) 

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

03.02.2012Artikelinformationen

Social Networking
Schlagworte
Bildnachweis
(Foto: VR/Eckhard-Herbert Arndt)

VerkehrsRundschau mobil

Gefahr/gut-Umfragegewinnspiel

Nehmen Sie jetzt an unserer kurzen Umfrage zur IMO Erklärung teil.

Sichern Sie sich einen von drei BestChoice-Einkaufsgutscheinen im Wert von 50,-€, einlösbar bei 200 Partnern in über 25.000 Filialen.

[Jetzt teilnehmen]

Beliebteste Meldungen

Beliebteste Galerien

Nachwuchsinitiative

Hallo Zukunft!

VerkehrsRundschau, Trucker und Gefahr/gut vermitteln zwischen Schülern, Lehrern und Unternehmen für eine Zukunft in der Logistik [Mehr Infos über Ausbildung in der Logistik]

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 21.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Glastaxi meint: Die dänischen Spediteure dürfen sich jetzt nicht aufregen, denen konnte es doch nicht wild und...[mehr…]
  • 19.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    Jürgen Auth meint: Es müsste folgende Bestimmung bei Kabotage eingeführt werden: Den Fahrern aus den Billiglohnländern...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Transport + Logistik
    Gefährlicher Spatenstich für Bayerns Innenminister
    Deka 1803 meint: Was sagt uns dies: Von Dingen, von denen man keine Ahnung hat, sollte man tunlichst die Finger...[mehr…]
  • 18.05.2012 | Recht + Geld
    Bundesregierung plant Arbeitszeitgesetz für selbstständige Fahrer
    Thomas Flesch meint: Darf ich jetzt länger fahren?! Laut EU-Recht maximal 90 Stunden Lenkzeit in 2 Wochen und nach diesem...[mehr…]
  • 17.05.2012 | Transport + Logistik
    Nordeuropäische Transporteure fordern Aussetzung der Kabotage
    hans-ulrich Höfler meint: Als Betroffener kann ich dem nur beipflichten. Wer die Augen im Transportverkehr weit genug öfnnet,...[mehr…]

Twitter: vr_online

Der Twitter-Kanal der VerkehrsRundschau

vr_online auf Twitter abonnieren und unsere Redakteure halten Sie auf dem Laufenden - blitzschnell und kostenlos!
[Follow us!]

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.