Hamburg. Die HSH Nordbank, weltweit führende Bank für Schiffsfinanzierungen, will ihre Kunden in der Krise nicht hängenlassen. Zwar müsse die Bank ihre Schiffskredite zurückführen, doch würden alle laufenden Finanzierungen zu Ende geführt, sagte der verantwortliche Vorstand Torsten Temp am Donnerstag in Hamburg. Die Bank muss ihre Bilanzsumme ungefähr halbieren und hat deshalb ein Kreditvolumen von acht Milliarden Euro im Geschäftsfeld Schiffe in ihre sogenannte Abbaubank gegeben. „Die Kunden erhalten nach dem Auslaufen der Verträge keine neuen Kredite", sagte Temp. Insgesamt finanziert die HSH Nordbank weltweit etwa 3200 Schiffe mit einem Kreditvolumen von 30 Milliarden Euro.
Der teilweise Rückzug der HSH Nordbank aus der Schiffsfinanzierung hatte vor allem bei kleinen und mittleren Reedern in Deutschland Besorgnis ausgelöst. Die bislang erfolgreiche Finanzierung von Schiffen über Eigenkapital, das bei vermögenden Privatleuten und institutionellen Anlegern eingesammelt wird, ist mit der Krise weitgehend zusammengebrochen. Die ergänzenden Kredite von Banken sind gegenwärtig nur schwer zu bekommen, so dass die Finanzierung neuer Schiffe in der Luft hängt. Viele Reeder haben aber vor der Krise Aufträge an Werften vergeben und kommen aus den Verträgen nicht heraus.
Die Schifffahrtsmärkte insgesamt und das Shipping-Geschäft der HSH Nordbank sind derweil auf dem Weg aus dem Wellental. „Die Containerschifffahrt stabilisiert sich schneller als erwartet", sagte Temp. Mehr als 40 Prozent der von der HSH Nordbank finanzierten Tonnage entfallen auf Containerschiffe; sie sind damit der wichtigste Einzelbereich des Geschäftsfeldes. Die Bank müsse deshalb weniger Geld für Risikovorsorge aufbringen. Bis das Geschäftsfeld schwarze Zahlen nach Risikovorsorge schreiben könne, werde aber noch mindestens ein Jahr vergehen. Temp erwartet, dass die HSH Nordbank mittelfristig in einigen Jahren nicht mehr der größte Schiffsfinanzierer weltweit sein wird, aber einen Platz und den Top Fünf hält. (dpa)