Hochgeschwindigkeitszug für Russland in Sassnitz verschifft

13.11.2008 16:19 Uhr
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© Foto: ddp

Spezialauftrag für die Deutsche Bahn: Sassnitz soll zu einem Logistikzentrum ausgebaut werden

Sassnitz. Im Eisenbahnfährhafen Sassnitz-Mukran ist am Donnerstag erstmals ein Hochgeschwindigkeitszug für die russische Eisenbahngesellschaft RZD verschifft worden. In den nächsten Monaten sollen über den einzigen mitteleuropäischen Hafen mit russischem Breitspur-Gleissystem sieben weitere, dieser jeweils 250 Meter langen und von Siemens produzierten Züge verladen werden. Für die Deutsche Bahn habe der Fährhafen eine zunehmend strategische Bedeutung, sagte der DB-Konzernbeauftragte Joachim Trettin. Der bis zu 250 Kilometer pro Stunde schnelle, aus insgesamt zehn Wagen bestehende Zug vom Typ "Velaro RUS" ging am Donnerstag mit der Fähre "Vilnius" auf Fahrt nach Baltijsk und soll von dort weiter in den Ostseehafen Ust-Luga bei St. Petersburg transportiert werden. Von Ende 2009 an sollen die bis zu Temperaturen von minus 50 Grad betriebsfähigen Züge Moskau und St. Petersburg miteinander verbinden. Das Auftragsvolumen einschließlich eines 30-jährigen Wartungsvertrages beträgt nach Siemens-Angaben rund 600 Millionen Euro. Siemens-Manager Hans-Jörg Grundmann bezeichnete die Verschiffung als einen "wichtigen Meilenstein in der langjährigen Partnerschaft mit Russland". Für die Deutsche Bahn sei der Spezialauftrag ein guter Schub, sagte Trettin. Seinen Angaben zufolge plant die Bahn, Sassnitz zu einem Logistikzentrum auszubauen, in dem die Güter künftig auch für die Kunden behandelt und abgepackt werden können. "Damit bewegen wir uns weg vom reinen Transport", sagte Trettin. Nähere Angaben zu möglichen Investitionen machte die Bahn nicht. Die Deutsche Bahn hatte mehrere Initiativen gestartet, um die nach der Wende zusammengebrochenen Verkehrsverbindungen nach Russland wieder zu beleben. Seit einem Jahr verkehrt die Eisenbahnfähre "Vilnius" zwischen Sassnitz und dem russischen Baltijsk in der russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg). Jährlich gehen rund 7000 Eisenbahnwaggons per Fähre nach Russland. Die jährliche Steigerungsrate betrage rund drei bis vier Prozent, sagte Trettin. Die Deutsche Bahn transportiert zudem für Nord Stream rund 65.000 Rohre für die geplante Ostsee-Pipeline nach Sassnitz, wo sie mit Beton ummantelt und auf Verlegeschiffe geladen werden sollen. Rund 20.000 Rohre lagern bereits auf dem Hafengelände. (dpa)

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