13.06.2008 | Transport + Logistik

Hidden Champions mit Problemen: VDA stärkt Zulieferindustrie

Frankfurt/Main. Steigende Rohstoffpreise, die CO2-Regulierung von Neufahrzeugen sowie die Erbschaftssteuer waren die Themen auf der ersten Jahrespressekonferenz der im Verband der Automobilindustrie (VDA) organisierten Zulieferindustrie in Frankfurt. In dem erstmalig über 600 Mitglieder zählenden Verband finden sich mehr als 500 Zulieferer wieder. Über drei Viertel der Wertschöpfung in der Automobilindustrie entfällt auf diese Branche. Was sich zu einem Umsatz von 75,4 Milliarden Euro im Jahr 2007 aufsummierte.

Noch genießen die Zulieferer aber in der Öffentlichkeit nicht die nötige Aufmerksamkeit, findet VDA-Präsident Matthias Wissmann und wollte mit der ersten Veranstaltung für diesen Industriebereich des VDA ändern. In dem vom Mittelstand geprägten Industriezweig wird das momentane Ringen um die Neufassung des Erbschaftssteuerrechts genau beobachtet. Wissmann wagte die Prognose, dass eine Verminderung der anvisierten Bindungsfrist von geplanten 15 auf 10 Jahre wahrscheinlich sei. Der zweite Brennpunkt liegt am Rohstoffmarkt: Die Preise hier „verzehren mittlerweile zwischen 30 bis 50 Prozent der Verkaufserlöse auf“, erklärte VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig. Dies könne nicht allein mit technischen Neurungen kompensiert mahnte VDA-Vizepräsident Jürgen Geißinger. So glaubt der unternehmerische Repräsentant der Zulieferindustrie, dass es Preisgespräche geben wird und es „für die Zulieferer eine Preiserhöhung geben muss“.

Auch das Dauerthema Kohlendioxidvermeidung wurde in der Frankfurter VDA-Zentrale diskutiert. Der deutsch-französische Vorschlag für die Regelung der Kohlendioxidwerte für Neufahrzeuge berge aus Sicht von Wissmann eine große Chance für die Zulieferindustrie. Die Möglichkeit über innovative Lösungen sogenannte „Eco-Innovations“ die Flottenbilanz um sechs bis acht Gramm Kohlendioxid mindern zu können, enthalte große Potenziale. Indes wird aus Sicht von Wissmann die Kohlendioxidbekämpfung nicht allein mit der Voll-Hybrid-Technik zu gewinnen sein, sondern vielmehr „der Mild-Hybrid enorm an Bedeutung gewinnen.“ Trotz des Preisanstieges an der Zapfsäule hält der VDA an seinen Absatzprognosen für diesen Jahr fest. Abschließend gab Wissmann einen Ausblick auf die IAA Nutzfahrzeuge. Mit über 1700 Ausstellern aus 47 Ländern, die sich auf einer Fläche von 265.000 Quadratmetern präsentieren werden, ist jetzt schon der Allzeitrekord geknackt, freut sich der VDA-Präsident. (rs)

 
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