Herrmann hält an LKW-Fahrverbot fest

26.02.2009 12:30 Uhr
ddp
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeigt sich unnachgiebig (Bild: ddp)
© Foto: ddp

Trotz Kritik aus Stuttgart: Bayerischer Innenminister beharrt auf Sperre auf der Bundesstraße 25

Dinkelsbühl. Trotz wachsender Kritik aus dem benachbarten Baden-Württemberg hält der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vorerst an dem Fahrverbot für Lastwagen auf der Bundesstraße 25 bei Dinkelsbühl fest. Die Sperrung habe zu einer eindeutigen Entlastung der Bürger geführt. So habe der Lastwagenverkehr durch die Stadt Dinkelsbühl seit Verhängung der Sperre Anfang Januar um 38 Prozent abgenommen, berichtete der Minister heute in Dinkelsbühl. Noch im Dezember 2008 seien rund 1500 Transporter durch die mittelalterliche Stadt gerollt; im Januar seien es nur noch 896 gewesen. Gleichwohl warnte der Innenminister vor einer Überinterpretation der Zahlen. Denn im selben Zeitraum sei auch der Schwerverkehr auf den umliegenden Autobahnen zurückgegangen – und zwar um 22,1 Prozent auf der Autobahn 6 Heilbronn-Nürnberg und um 19,5 Prozent auf der Autobahn 7 Würzburg-Ulm. Ursache könne neben dem strengen Winter womöglich auch ein konjunkturbedingt geringeres Transportaufkommen sein, das auch den Lastwagenverkehr treffe. Es müssten daher erst die Ergebnisse der auf 15 Monaten beschränkten Testphase abgewartet werden, bevor über das Fahrverbot endgültig entschieden werde. Herrmann appellierte zugleich an den Dinkelsbühler Stadtrat, möglichst bald den Weg für eine Umgehungsstraße freizumachen. „Nur eine leistungsfähige Umgehungsstraße kann eine langfristige Lösung sein“, sagte Herrmann. Das Fahrverbot war nach jahrelangem Rechtsstreit am Jahresanfang erlassen worden. Nachteile für Speditionen und Unternehmen in Nordschwaben wegen des Fahrverbots sieht Herrmann nicht. Das Landratsamt Ansbach habe betroffenen Firmen, für die die Fahrbeschränkung eine Härte bedeuten würde, unbürokratisch Ausnahmegenehmigungen erteilt – insgesamt für 3414 Lastwagen. 309 Firmen hätten von der Möglichkeit Gebrauch gemacht. Der Dinkelsbühler Oberbürgermeister Christoph Hammer (CSU) appellierte an die Bürgermeister der baden-württembergischen Nachbarorte, dem Mautausweichverkehr ebenfalls mit Fahrverboten zu begegnen. Nur so könnten Lastwagenfahrer auf die Autobahn gezwungen werden. (dpa)

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