Hapag-Lloyd: Überlebenskampf ohne Tabus

22.07.2009 10:41 Uhr
Hapag-Lloyd-Zentrale
Der Verkauf der Hapag-Lloyd-Zentrale ist erneut im Gespräch
© Foto: Eckhard-Herbert Arndt

Reederei plant offenbar Entlassungen im großen Stil – Verkauf der Firmenzentrale in Hamburg ist denkbar

Hamburg. Die Reederei Hapag-Lloyd steht vor tief greifenden Umwälzungen. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, zwingen die anhaltenden Verluste im Containergeschäft – mehr als 220 Millionen Euro im ersten Quartal 2009 – sowie die hohen Schulden zu einem scharfen Sanierungskurs. Demnach könnten weltweit zwischen zehn und 15 Prozent der insgesamt gut 7200 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. Ebenfalls im Gespräch sei der Verkauf der imposanten Konzernzentrale am Ballindamm. Zu einer solchen Maßnahme sah sich der Konzern schon einmal Anfang der 1980er Jahre gezwungen, als die Reederei in schwerer See ums Überleben kämpfte. Das Haus wurde damals verkauft, zurückgemietet und konnten einige Jahre später, nachdem es dem Unternehmen wieder besser ging, zurückgekauft werden. Dem „Hamburger Abendblatt“ zufolge gebe es derzeit im Konzern „keine Tabus“ mehr . Dazu gehöre auch, dass die Reederei mit einem anderen großen Carrier auch verschmelzen könnte. Zum Kreis der engsten Favoriten gehöre dabei die französische CMA CGM. Indes laufen im Hintergrund die Bemühungen um eine Rettung des Schifffahrtsunternehmens auf Hochtouren. So wird Hamburgs Finanzsenator Michael Freytag am Mittwochabend den Haushaltsausschuss der Hamburger Bürgerschaft hinter verschlossenen Türen über die aktuelle Lage des Unternehmens unterrichten. Der Stadtstaat gehört zum Gesellschafterkreis des Konsortiums Albert Ballin, das die Reederei im Oktober 2008 mehrheitlich vom TUI-Konzern übernommen hatte. Am 7.August soll es in Hamburg zudem ein Treffen der Spitzenvertreter des Konsortiums geben. Dabei soll das weitere Vorgehen beschlossen werden. Das schließt auch und vor allem die Frage ein, in welchem Umfang frisches Kapital bereitgestellt soll. Der Finanzbedarf des Konzerns wurde zuletzt auf rund 1,75 Milliarden Euro beziffert. (eha)

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