01.08.2008 |

Hamburgs Hafenbahn: Gut zwei Millionen Standardcontainer sind bis Jahresende drin

Hamburg. Hamburgs Hafenbahn erweist sich für Deutschlands wichtigsten Universalhafen weiterhin als zuverlässiger Leistungsträger. Bis zum Jahresende rechnet Jens Meier, kaufmännischer Geschäftsführer bei der Hamburg Port Authority (HPA), damit, dass auf dem Netz der Hafenbahn rund zwei Millionen Standardcontainer transportiert werden. Meier gründet seine Einschätzung auf dem erneuten Transportmengenzuwachs im 1.Halbjahr, und zwar sowohl beim Gesamtbeförderungaufkommen als auch im Wachstumssegment Containerverkehre.

Von den genormten Großbehältern wurden im aktuellen Berichtszeitraum rund 970.000 TEU über das knapp 330 Kilometer lange, den gesamten Freihafen durchziehende Schienennetz befördert. Das entspricht einem Zuwachs von gut 10,1 Prozent gegenüber dem 1.Halbjahr 2007. Meier: „Hamburg ist und bleibt der größte Bahncontainer-Umschlagplatz Europas.“ Im Fernverkehr werden mittlerweile rund 70 Prozent aller Container mit der Bahn transportiert. Die Gütergesamtmenge lag mit 19,94 Millionen Tonnen um gut 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Zum Erfolg der Hafenbahn, die zum Kerngeschäft der stadteigenen HPA gehört, trug unter anderem bei, dass seit Beginn der neuen Dekade immer mehr Schienen-Operateure und Bahnen aus dem In- und Ausland einen Zulassung zum Hafenbahnnetz erhielten. Aktuell sind es mehr als 50 Gesellschaften, die sich neben Marktgrößen wie Railion erfolgreich behaupten. Zur Einordnung: Auf dem niederländischen Schienennetz sind landesweit derzeit 13 in- und ausländische Bahngesellschaften zugelassen, im benachbarten Belgien sind es sieben Unternehmen. Die Hamburger Hafenbahn selbst tritt nicht als kommerzielles Eisenbahnverkehrsunternehmen auf, sondern konzentriert sich auf Vorhalten der Gleisinfrastruktur sowie der für entsprechenden Begleitinfrastruktur wie Stellwerke (sieben), Rangierbanhnhöfe (fünf) und Bahnbrücken (73).

Die Rolle der Hafenbahn für den Hamburger Hafen soll nach dem Willen der Hafenwirtschaft und der Politik in den nächsten Jahren weiter wachsen. So sollen im Jahr 2015 über das Hafenbahnnetz rund 4,5 Millionen TEU rollen. Die Anzahl der täglichen Güterzüge soll dann von derzeit 200 auf um die 450 anwachsen. Um dieses Mengenwachstum zu bewältigen, muss massiv in den Ausbau der Hafenbahn, aber auch in die darüber hinaus gehenden Schienensysteme investiert werden. Allein im Hafen wird derzeit mit Ausgaben von gut 500 Millionen Euro gerechnet. Derzeit bereitet die HPA einen „Generalplan zur Erweiterung des Hafenbahnnetzes im Raum Süderelbe“ vor. (eha)

 
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