14.12.2009 |

Hamburgs Bürgermeister: Zur Elbvertiefung gibt es keine Alternative

Hamburg. Zur Elbvertiefung gibt es nach Überzeugung von Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) keine Alternative. Er hoffe auf einen Baubeginn im Jahr 2010, sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Die Elbvertiefung muss kommen, weil sonst einfach die großen Reedereien Hamburg nicht mehr anlaufen werden.“ Das seien keine leeren Drohungen. „Die Reedereien sagen ganz klar, wenn das nicht passiert, dann verlassen wir Euch.“ Es gehe zwar insgesamt zögerlich voran. Er sei aber auch deshalb optimistisch, weil die Überzeugungsarbeit im Unterelberaum jetzt so weit sei, dass da keine großen Verzögerungen mehr zu erwarten seien, sagte Beust. „Jetzt geht es um die Abstimmung mit dem Bund.“

Ungeachtet der Elbvertiefung für Schiffe bis 14 Meter Tiefgang muss aus Sicht des Bürgermeisters die Zusammenarbeit der deutschen Nordseehäfen besser werden. „Wir sind in engen Gesprächen mit den Kollegen in Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven, um den etwas folkloristischen Wettbewerb abzustellen.“ Man wolle schauen, wie eine gemeinsame Strategie aussehen kann. „Unser Wettbewerber ist nicht Wilhelmshaven oder Bremen, sondern natürlich Rotterdam.“

Das Verhältnis zu den anderen Häfen an der deutschen Nordseeküste war aus Hamburger Sicht schon früher entspannt. „Aber die Not diktiert jetzt ein entschiedeneres Vorgehen“, sagte Beust. In den vergangenen Jahren mit Wachstumsraten von mehr als zehn Prozent im Containerumschlag sei es für alle Beteiligten doch eher darum gegangen, schnell neue Flächen auszuweisen, um den Verkehr bewältigen zu können.

Beust geht davon aus, dass der Hamburger Hafen erst 2014 oder 2015 den Containerumschlag des Jahres 2008 wieder erreichen kann. Linien, die in den vergangenen Monaten von Hamburg abgewandert seien, sollen zurückgewonnen werden. „In dem Moment, wenn die Frachtraten wieder steigen, wird das Geschäft wieder anziehen, aber bis dahin müssen wir Kontakt halten, um Unternehmen nicht ganz zu verlieren.“ (dpa)

 
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