30.11.2009 |

Hamburger Senat arbeitet an Schifffahrts-Rettungsplan

Hamburg. Der Hamburger Senat arbeitet nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ an einem nationalen Rettungsplan für die Schifffahrt. Die Sorge gelte vor allem dem Überleben von Banken und Emissionshäusern, die im Geschäft mit Schiffsfinanzierungen stark engagiert sind. „Einige stehen massiv unter Liquiditätsdruck oder sind bereits insolvenzgefährdet“, heißt es demnach in einer internen Vorlage der Wirtschaftsbehörde mit dem Titel „Aktuelle Situation im Bereich der Schiffsfinanzierer“.

Am Montag wollte sich eine Arbeitsgruppe aus Bank- und Schiffsfinanzierungsexperten, Wirtschaftsprüfern und Reedereivertretern erneut treffen, teilte eine Sprecherin der Hamburger Wirtschaftsbehörde am Montag mit. "Es wird aber nicht so sein, dass wir Ergebnisse verkünden können." Wann konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen werden, konnte sie nicht sagen. Adressat der Pläne sei die Bundesregierung. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust solle den Rettungsplan Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) unterbreiten.

Der Verfall von Fracht- und Charterraten sowie Schiffspreisen bedrohe derzeit „alle, die direkt und indirekt mit dem Schiffbau in Verbindung stehen“, heißt es in der Senatsvorlage. „Wenn die Schiffsfinanzierer ihre laufenden Finanzierungen in der Bilanz nach den aktuellen Marktwerten für Schiffe bewerten müssen, drohen weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe.“ Sogar die beteiligten Banken könnten dadurch von der Insolvenz bedroht sein, wenn sie nicht mehr über die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geforderte Eigenkapitalquote verfügten.

Besonders dramatisch ist die Lage dem Bericht zufolge bei der HSH Nordbank. Rund 30 Milliarden Euro habe die angeschlagene Bank in den vergangenen Jahren an Krediten zur Finanzierung von Schiffen vergeben. Sie habe ihre Risikovorsorge vor allem für den Bereich Shipping von 300 Millionen Euro im ersten Quartal auf 1,8 Milliarden Euro erhöht. Im vierten Quartal dürfte der Abschreibungsbedarf weiter stark auf 3,4 bis 5,1 Milliarden Euro wachsen. Das hätten Vertreter der Bank im Rahmen der Gespräche mit der Wirtschaftsbehörde eingeräumt, berichtete der „Spiegel“.

In dem Behördenpapier werde Befürchtung formuliert, dass grundlegende Strukturen zerstört werden könnten, die sich nur schwer wieder aufbauen ließen. Deswegen solle die Arbeitsgruppe Konzepte zum Einsatz von Bürgschaftsprogrammen, Auffanggesellschaften und eine „Börse für Risikokapital“ entwickeln. (dpa)

 
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