Hamburg will Hafen-Verkehr beschleunigen – Niedersachsen investiert

13.11.2008 17:30 Uhr

Die Hafenbehörde Hamburg Port Authority will den Verkehrsfluss im Hafengebiet beschleunigen

Hamburg/Hannover. Die Hafenbehörde Hamburg Port Authority will den Verkehrsfluss im Hafengebiet beschleunigen. „Wir schalten den Verkehr auf Durchzug“, berichtete HPA- Geschäftsführer Jens Meier am Donnerstag in Hamburg. Der innerstädtische Verkehr werde nach Wegfall der Freihafenzonen zunehmen. Um dies erhöhte Aufkommen bewältigen zu können, sei eine netzartige Struktur der Hafenstraßen nötig, sagte Wolfgang Hurtienne, Leiter der Hafenplanung. Eine Nord- und eine Südtrasse seien das Gerüst für dieses Netz, in die eine Hafenquerspange eingepasst werden soll. Die Hafenquerspange vom östlichen ins westliche Stadtgebiet wird seit Jahrzehnten gefordert, scheiterte bisher aber an der Finanzierung. Zu Jahresanfang solle eine neue Untersuchung zu dem Projekt vorliegen. „Wir müssen möglichst schnell dazu kommen, in wirtschaftlich schweren Zeiten durch eigene Investitionen für Wachstum zu sorgen“, sagte Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU). Jetzt müsse die Zeit genutzt werden, um die Infrastruktur des Hafens schnell auszubauen. Das Land Niedersachsen plant zum Abtransport der wachsenden Containerflut von den norddeutschen Häfen ins Inland Investitionen in private Bahnstrecken. Dies solle den drohenden Kollaps auf den Hauptstrecken der Bahn abwenden und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den niederländischen Häfen sicherstellen, sagte Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) am Donnerstag in Hannover. Bis Ende 2010 sollen 45 Millionen Euro und bis 2015 insgesamt 250 Millionen Euro in die Regionallinien fließen. Über eine Kostenteilung will Niedersachsen mit Bremen und Hamburg verhandeln, auch der Bund soll zuzahlen. Ein Streckenausbau und die von Hannover Richtung Bremen und Hamburg konzipierten Y-Neubautrasse stünden erst in etlichen Jahren zur Verfügung, sagte Hirche. Mit dem Neubau der Hamburger Rethebrücke, der Niedernfelder und Müggenburger Brücken werden Engstellen im Straßen- und Hafenbahnverkehr behoben, berichtete Meier. Als leistungsfähig habe sich der neue Finkenwerder Knoten erwiesen ebenso die Baumaßnahme am Waltershofer Knoten. Dort wurden PKW-Spuren geschaffen, um Autofahrer an Lastwagen in der Zollabfertigung vorbeizulotsen. Die künftige Rethebrücke, eine Klappbrücke mit getrennten Trassen für Bahn und Straßenverkehr, wird 2009 in Angriff genommen, sie könne voraussichtlich 2012 in Betrieb gehen. (dpa/sv).

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