Hamburg Süd kommt 2009 mit einem blauen Auge davon

30.12.2009 06:00 Uhr
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Krisenjahr für Hamburg Süd
© Foto: Arndt

Die zum Oetker-Konzern gehörende Reederei Hamburg Süd ist nach eigenen Angaben mit einem blauen Auge durch das Krisenjahr 2009 gekommen

Hamburg. Die zum Oetker-Konzern gehörende Reederei Hamburg Süd ist im Vergleich zur Masse der Reedereien mit einem blauen Auge durch das Krisenjahr 2009 gekommen. Zwar werde man 2009 „leicht rote Zahlen“ eingefahren haben. „Aber sie sind niedriger als bei allen anderen Reedereien, die wir kennen“, sagte Hamburg-Süd-Sprecher der Geschäftsführung Ottmar Gast in einem am gestrigen Dienstag im Hamburger Abendblatt veröffentlichten Interview. „Stolz“ sei er auch darauf, dass dieser Verlust vollständig durch das Unternehmen getragen werden könne, ohne den starken Mutterkonzern im Hintergrund anzapfen zu müssen. Der Umsatz sei im laufenden Geschäftsjahr um gut 1,2 Milliarden Euro von knapp 4,5 Milliarden auf 3,2 Milliarden Euro zurückgegangen. Die Anzahl der transportierten Container wird bis Jahresende um gut 14 Prozent von 2,7 Millionen TEU auf 2,3 Millionen TEU geschrumpft sein. Die Mengenentwicklung stabilisierte sich im laufenden Jahr schrittweise, nachdem im 1.Quartal noch fast 25 Prozent weniger Container transportiert wurden als im Vorjahrsvergleichszeitraum. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Mitbewerbern habe Hamburg-Süd es konsequent abgelehnt, Ladung über den Preis zu bekommen oder zu halten. Man habe keine Fracht angenommen, bei der der Preis „nicht einmal die Transportkosten deckte“. Das Schifffahrtsunternehmen wird an der Übernahme der zwölf auf südkoreanischen Werften bestellten Containerschiffen festhalten, betonte Gast. Unter anderem deshalb, „weil wird die Schiffe brauchen“. Sie sollen bis 2012 in Fahrt gesetzt werden und werden dann mit einer Stellplatzkapazität von 7100 TEU die größten Containerschiffe sein, die im Südamerika-Verkehr eingesetzt werden. Zudem könne man aus Verträgen mit koreanischen Werften nur schwer wieder aussteigen, ohne Vertragsbruch zu begehen. „Das ist nicht unser Stil“, so Gast. Auch Hamburg Süd ist inzwischen dazu übergegangen, seine Schiffe langsamer fahren zu lassen, um damit neben Treibstoffkosten zu sparen auch Kapazitäten zu binden. Bei gut einem Drittel seiner weltweit 35 Dienste setze man auf das „Slow Steaming“, wobei man sich bei Hamburg Süd für eine Durchschnittsreisgeschwindigkeit von 16 Knoten statt 21 oder 22 Kn entschieden hat. Damit könnten zwischen 30 bis 40 Prozent Treibstoff eingespart werden. Bei der Einschätzung für 2010 hält sich Gast, der Hamburg Süd seit Anfang 2009 führt, eher bedeckt. Er rechne mit einem Schifffahrtsjahr, das „weniger schlecht“ sei als 2009. (eha/ak)

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