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Hamburg Süd

Hamburg Süd will bis 2011 noch zwölf weitere Containerschiffe der Rio-Klasse übernehmen

Luft- & Seefracht

Hamburg-Süd-Chef: Branche muss professioneller auftreten

Hamburg. Ein wesentlicher „professionelleres Verhalten am Markt“ müssen zahlreiche Akteure der internationalen Containerschifffahrt an den Tag legen, damit die in schwerer See kämpfende Reederei -Branche die Schifffahrtskrise bestehen kann. Vor allem die „ganz Großen“ müssten sich endlich von ihrer Strategie Abschied nehmen, die „auf ein Wachstum und Große um jeden Preis“ setze, forderte Ottmar Gast, Sprecher der Geschäftsführung der Hamburg Süd-Gruppe, am Sonntag in Hamburg.

Gast stellte klar, dass es nur mit einkömmlichen Frachtraten gelänge, einen hohen Qualitätsstandard beim Kundenservice zu halten. Ein Unternehmen wie Hamburg Süd halte am hohen Stellenwert der Qualität fest. Man stelle sich „entschlossen“ gegen einen Trend zu immer schlechterer Servicequalität.

Auf dem HHLA-Containerterminal Burchardkai wurde am Sonntag der Containerfrachter „Rio Blanco“ (5900 TEU) getauft. Zu der Zeremonie hatten sich rund 300 Gäste aus dem In- und Ausland eingefunden. Der Taufakt selber oblag Nina-Maria Oetker, der Ehefrau des Chefs des Oetker-Konzerns, August Oetker. Die Hamburg Süd-Reederei ist Teil des Bielefelder Konzerns.

Auch Konzernchef August Oetker selbst nutzte die Taufe zu einigen kritischen Aussagen. Neben der bereits durch Hamburg Süd- Topmann Ottmar Gast kritisierten Schifffahrts-Industrie nahm Oetker die verladende Wirtschaft ins Visier. So begünstigten weite Teile der verladenden Wirtschaft durch ihr Verhalten den Preiskampf, in dem sie weiter auf den Frachtpreis zu drücken versuchten. Oetker wörtlich: „Wer sich über das heutige Ratenniveau freut, der muss sich überlegen, wie lange er eine Transportleistung über See und im Inland in der gewünschten Qualität zu diesen Raten erhalten kann, und zwar zuverlässig und nachhaltig.“ Eine Top-Qualität zu niedrigsten Preisen zu verlangen, das „geht nicht“.

Der 5900 TEU-tragende Containerfrachter ist das vierte Schiff aus einer Serie von sechs baugleichen Schiffe. Sie wurden 2005 bestellt. Die beiden noch verbliebenen Einheiten werden noch bis Ende 2009 in Dienst gestellt. Die rund 80.110 tdw (tons dead weigh) tragenden Schiffe werden die Namen „Rio Bravo“ und „Rio Madeira“ tragen. Das Sextett kommt im Fahrtgebiet Europa-Südamerika-Ostküste (SAOK) zum Einsatz und ersetzt die Schiffe der Monte-Klasse (5500 TEU), die im Verkehr zwischen Asien, Südafrika und der SAOK verkehren sollen.

Zu den Besonderheiten der „Rio“-Klasse-Frachter gehören vor allem die sehr großzügige Ausstattung mit Reefer-Anschlüssen. Bis zu 1365 Kühlcontainer können an Bord genommen werden. Mit ihren gut 286 Meter Gesamtlänge, einer Breite von 40 Meter und einem maximalen Tiefgang von 13,50 Meter schöpfen die Rio-Frachter die maximalen Abfertigungsmöglichkeiten an der SAOK aus. Die 45.760 Kilowatt leistende Hauptmaschine erlaubt eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 23 Knoten.

Bis 2011 wird Hamburg Süd noch zwölf weitere Containerschiffe erhalten. Darunter sind allein zehn Einheiten der Santa-Klasse mit einer Stellplatzkapazität von 7100 TEU. Alle Frachter werden bei Daewoo in Südkorea gebaut. Die Reederei-Gruppe beförderte 2008 auf ihren Liniendiensten rund 2,7 Millionen TEU (plus 25 Prozent). (eha)

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

31. August 2009 10:39
Traumtänzer meint:
Die Reeder haben sich mit einem Kartell aus Lügen umgeben und jegliches Vertrauen und jegliche Glaubwürdigkeit verspielt. Während sie bei den "Kleinen" versuchen ihre Wunschraten durchzusetzen, gewähren sie den "Großen" Abschläge, dass uns "Kleinen" bei Abgabe der Wunschraten Tränen in die Augen kommen. Auch wenn die Reederraten ohne Aufschlag weitergegeben werden, liegen wir EURO 400-500 zu hoch. Da kommt man sich "verarscht" vor von diesen hanseatischen Schifffahrtskaufleuten. Es ist an der Zeit die Verlogenheit anzuprangern und nach Brüssel zu gehen.

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