23.09.2008 |

Hamburg: Lotsenentgelte steigen um 5,5 Prozent

Hamburg. Die Lotsentegelte im Hamburger Hafen werden zum 1. Oktober um 5,15 Prozent angehoben. Das beschloss der Hamburger Senat auf seiner heutigen Sitzung. Zugleich brachte er wichtige Änderungen des Hafenlotsenrechtes auf den Weg, um den Reedern bei bestimmten Schiffsgrößen entgegen zu kommen.

Die Heraufsetzung der Lotsenentgelte erfolgte nach ausführlichen Gesprächen mit der Hamburger Hafenwirtschaft, Reedereinvertretungen sowie der Hamburger Hafenlotsenbrüderschaft (HLB). Letztmalig waren Lotsentgelte 1999 heraufgesetzt worden, betont der Senat. Die Lockerungen im neuen Hafenlotsenrecht kommen vor allem der für den Elbe-Hafen wichtigen Container-Feederschifffahrt entgegen. So wird die so genannte Regelbefreiungsgrenze erweitert. Erst nach Überschreiten dieser Grenze müssen Schiffe einen Lotsen an Bord nehmen. Künftig liegt die Regelbefreiungsgrenze bei Schiffen mit bis zu 130 Meter Länge und 21 Meter Breite statt bei Frachtern mit bis zu 120 Meter Länge beziehungsweise 18 Meter Breite. Dank dieser Lockerung könnten sich für einen Feeder-Reeder so jährlich bis zu 10.000 Euro an Einsparungen ergeben.

Ebenfalls neu geregelt wurde die Struktur bei den Wartegeldern. Sie fallen unter anderem dann an, wenn der Lotse nicht an Bord genommen werden oder wieder entlassen wird. Die Neuordnung hat auch zum Ziel, dass die knappen Liegeplätze der Containerplätze effektiver belegt werden können.

Die erwarteten Mehreinnahmen aus der Tarifanpassung sollen zu einem beträchtlichen Teil auch der Weiter- und Fortbildung der Hamburger Lotsen dienen, um damit die Vorgaben der IMO in London zu erfüllen. Ziel es, den anerkannt hohen Qualitätsstandard des Hamburger Hafens – auch beim Lotswesen – langfristig abzusichern.

Indes verfügt der Elbe-Hafen seit Mittwoch auch über ein neues Lotsenversetzboot. Es trägt den Namen „Lotse 3“. Das rund 1,7 Millionen Euro teure Boot löst das 44 Jahre alte Boot „Carl A. Zemlin“ ab. Das bei der Schiffswerft Barthel gebaut Boot entstand nach den strengen Vorgaben der Hamburg Port Authority (HPA). (eha)

 
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