17.08.2009 |

Hamburg drosselt auf Tempo 30

Hamburg. Hamburg will seine Tempo-30-Zonen deutlich ausweiten. Zu den rund 700 Gebieten mit einer auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzten Höchstgeschwindigkeit sollen viele weitere hinzukommen, teilte die Behörde für Stadtentwicklung heute mit. Die Bezirke haben Vorschlagslisten mit mehr als 250 Straßenabschnitten vorgelegt.

Zwar sei die genaue Länge der bestehenden Tempo-30-Zonen in der Hansestadt nicht bekannt, die etwa 50 Prozent des Straßennetzes umfassen. Aber schon jetzt gibt es nach Überzeugung der Behörde keine Stadt in Deutschland, die Hamburg bei der Verkehrsberuhigung übertreffe. Die Hansestadt konkurriert hier etwa mit München oder Berlin. Die behaupten jedoch beide, deutlich mehr verkehrsberuhigte Bereiche aufzuweisen.

So sind in München nach Angaben der Stadt 80 bis 85 Prozent des Straßennetzes in rund 330 Tempo-30-Zonen verkehrsberuhigt. Nach Auffassung der Straßenverkehrsbehörde in der bayerischen Landeshauptstadt ist dies „die zumindest bundesweit weitestgehende Regelung auf diesem Gebiet“. In Berlin sind es nach Angaben der Stadt 3800 Kilometer oder 72 Prozent des gesamten Straßennetzes verkehrsberuhigt.

In Hamburg sollen jetzt bis Ende August Stellungnahmen zum Beispiel von Innenbehörde und Hochbahn eingeholt werden. Wann die ersten zusätzlichen Tempo-30-Schilder aufgestellt werden, sei noch nicht klar, sagte die Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde, Helma Krstanoski. „Ich nehme an, dass es in vielen Straßen Diskussionsbedarf gibt.“

Mit 63 Vorschlägen in 52 Straßen hat der Bezirk Hamburg-Nord die umfangreichste Liste eingereicht. Neben reinen Wohngegenden wie die Willistraße (Winterhude) sind aber auch Verbindungsstraßen wie die Hellbrookstraße (Winterhude und Barmbek-Nord) dabei. Ein großes Paket mit 46 Straßen hat auch der Bezirk Hamburg-Mitte vorgelegt. Es folgen Eimsbüttel mit 41 und Wandsbek mit 36 Straßen. Der Bezirk Bergedorf sieht nur in zwei Straßen Bedarf für eine Geschwindigkeitsreduzierung. (dpa)

 
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