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04.08.2009

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premiumHamburg: Abschied vom reinen Container-Umschlag

Stadtstaat beschreitet neue Wege bei der weiteren Hafenentwicklung: Neuer Terminal-Komplex soll viele Anforderungen abdecken
Mittlerer Freihafen
Der Mittlere Freihafen liegt mitten im Hamburger Stadtgebiet
Foto: Eckhard-Herbert Arndt
Hamburg. Die Karte des Hamburger Hafens soll in spätestens zehn Jahren grundlegend verändert sein. Im Bereich des heutigen „Mittleren Freihafens“ soll bis 2020 ein neuer Terminalkomplex entstehen. Das gaben Hamburgs Hafen- und Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) und die Geschäftsführung der Hamburg Port Authority (HPA) heute in der Hansestadt bekannt. Dabei wolle Hamburg neue Wege beschreiten, was sich auch in dem so genannten „Markterkundungsverfahren“ offenbare. Es ist international angelegt und soll all jene Unternehmen ansprechen, die sich für den Hafenstandort Hamburg interessieren und für ein potenzielles Engagement eigene Ideen haben. Am Ende dieses Verfahrens sollen die drei besten Vorschläge sogar prämiert werden – mit einem Gesamtpreisgeld von 100.000 Euro.

Sowohl Senator Gedaschko als auch die beiden HPA-Geschäftsführer Jens Meier und Wolfgang Hurtienne betonten immer wieder, dass es beim Projekt „Central Terminal Steinwerder“ (CTS) „keinerlei Denkverbote“ gebe. Die Gewinner-Konzepte sollen bereits Anfang nächsten Jahres vorgestellt werden.

Die Konzepte bilden dann die Grundlage für die weiteren Planung. Wichtig ist, dass der Hamburger Senat und die HPA abrücken vom bisherigen Konzept eines reinen Containerterminals. Das wird auch deutlich in der neuen Namensgebung für das Vorhaben: „Central“ Terminal Steinwerder statt „Container Terminal Steinwerder“.

Beim Mittleren Freihafen handelt es sich um ein echtes Filetstück im Zentrum des größten deutschen Hafens. Rund neun Hafenfirmen haben hier bislang noch ihre Betriebsgrundstücke, darunter auch die mit Abstand größte Firma, die Buss Group. Ihr wird ein Bleiberecht auf ihren Anlagen noch bis 2012 zugestanden. Mit allen Betrieben solle eine einvernehmliche Lösung über eine Neuansiedlung erarbeitet werden, versprach Meier.

Aus dem bislang sehr zerstückelten und durch große Wasserflächen gekennzeichneten Areal soll durch Aufspülung eine Gesamtfläche von rund 125 Hektar erschlossen werden. Sie soll zu einem Hafenteil mit einer hohen Wertschöpfung entwickelt werden. Herzstück eines solchen Hafenareals könnte eine rund 1,5 Kilometer lange Kaimauer, die Platz für vier Großcontainerschiffe bis 14.500 TEU bieten würde. Darüber hinaus ist noch eine rund 300 Meter lange Nebenkaimauer geplant, die für Binnenschiffe und Feeder-Schiffe geeignet sein könnte.

Der oder auch die die Betreiber des neuen Hafenteils sollen im Rahmen von internationalen Ausschreibungen ermittelt werden. Auch damit werde Neuland beschritten. Baubeginn für den CTS könnte um das Jahr 2013 sein. Die reine Bauzeit bemisst die HPA auf gut sechs Jahre.

Hafensenator Gedaschko hofft, dass die Fahrrinnenanpassung der Elbe bis spätestens zum Baubeginn abgeschlossen sei. Da Hamburg nicht „Herr des Verfahrens“ sei, sondern der Bund, wollte sich Gedaschko zu konkreten Daten nicht äußern. Tatsache aber sei, dass die internationale Hafenkundschaft immer regelmäßiger bei ihm anfrage, wie es um die Elb-Vertiefung bestellt sei. (eha)
Mehr zum Thema: Hafen Hamburg, Seehafen

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