Hafengruppe Lübeck büßt Umschlag ein

21.01.2009 12:54 Uhr
Lübeck
Papierumschlag in Lübeck ist rückläufig (Bild: Arndt)
© Foto: Arndt

2008 gingen weniger Güter über die Kaikanten / Marktführer LHG stellt sich auf ein hartes Jahr 2009 ein

Lübeck. Die Lübecker Häfen haben die Folgen der weltweiten Finanzmarktkrise erreicht. Damit nicht genug: Die Lübecker Hafen –Gesellschaft (LHG) stellt sich auch für 2009 „auf weitere negative Auswirkungen der Konjunkturkrise auf den Lübecker Hafen ein“, teilte LHG-Geschäftsführer Heinrich Beckmann heute bei der Vorlage der Jahreszahlen 2008 mit. Die im Hafenstandort Lübeck tätigen Unternehmen bewegten im Berichtsjahr rund 31,7 Millionen Tonnen über die Kaikanten, was einem Rückgang von gut 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Über die fünf Terminals des lokalen Marktführers LHG wurden gut 28,5 Millionen Tonnen abgefertigt, ein Minus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Ladungsmengenrückgang betraf alle wichtigen Gütergruppen, allen voran Papier und Forstprodukten sowie Neufahrzeuge. Hier kam es zu einem regelrechten Einbruch bei den Im-und Exporten bei der LHG: Die Anzahl von 157.000 Fahrzeuge stellt einen Rückgang um 22 Prozent gegenüber 2007 dar. Das Papieraufkommen ging um gut fünf Prozent auf gut 3,6 Millionen Tonnen zurück. Lediglich der Containerbereich legte zu, und zwar um vier Prozent auf 96.000 Einheiten beziehungsweise 150.000 Standardcontainer (TEU). Der mit Abstand wichtigste Terminal ist der in den letzten Jahren intensiv ausgebaute Skandinavienkai. Über die weitläufige Hafenanlage wurden im Berichtsjahr gut 21,5 Millionen Tonnen umgeschlagen. Für den Skandinavienkai spielen vor allem die Trailer-Verkehre eine große Rolle. Über alle LHG-Anlagen wurden 2008 rund 434.000 Auflieger im unbegleiteten Verkehr (minus sechs Prozent) sowie 422.000 Trailer im begleiteten Verkehr (plus ein Prozent bewegt. Der zweitwichtigste Terminal für die LHG-Gruppe ist der Nordlandkai, der schwerpunktmäßig vom Forstproduktengeschäft lebt. 2008 stellt für die LHG noch aus einem anderen Grund ein besonderes Jahr dar: Die Teilprivatisierung ging über die Bühne, nachdem das Unternehmen im Februar noch von Streikaktionen aufgrund des angestrebten Verkaufs von 25,1 Prozent an die Deutsche Bank-Tochter Rreef heimgesucht worden war. Der Arbeitskampf führten zu zeitlich begrenzten Teilverlagerungen von Schiffen nach Kiel. Keine Angaben über die Umschlagentwicklung 2008 wollte das private Hafenumschlag-, Schifffahrts- und Handelsunternehmen Lehmann-Gruppe gegenüber der VerkehrsRundschau machen, auch wenn seine Umschlagleistung Teil des seitens der LHG ausgewiesenen Gesamtumschlags von 31,7 Millionen Tonnen ist. Das Privatunternehmen, zu dem auch mehrere Schiffe gehören, hatte nach VerkehrsRundschau-Recherchen 2007 einen Umschlag von 2,5 Millionen Tonnen ausgewiesen. (eha)

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