Hafen Hamburg: Neues Hinterland-Terminal-Netzwerk soll Entlastung bringen

14.10.2008 11:04 Uhr
Hafen Braunschweig
Braunschweig will enger mit Hamburg kooperieren. (Foto: Arndt)
© Foto: Arndt

HPA vergibt Auftrag über eine große Hinterland-Studie - Hafen Braunschweig sieht sich als wichtiger Partner für Hamburg

Hamburg. Der Hamburger Hafen soll künftig über einen Netzwerk an Ladungsbündelungs und – verteilungsstandorten im Hinterland verfügen. Welche Möglichkeiten sich dabei bieten, lässt die Hamburg Port Authority (HPA) untersuchen. Die Hafenverwaltung hat jetzt einen entsprechenden Untersuchungsauftrag an die Universal Transport Consulting GmbH GmbH (Uniconsult) aus Hamburg vergeben. Die Studie, die den Arbeitstitel „Hinterland Gateway des Hamburger Hafens“ trägt, soll Anfang 2009 auf dem Tisch liegen. Die Untersuchung soll auch berücksichtigen, was andere wichtige Mitbewerbshäfen in der Nordwestrange bislang an Hinterland-Aktivitäten entfaltet haben beziehungsweise an Konzepten planen. So ist bereits bekannt, dass der Hafen Rotterdam – maßgeblich über den Terminal-Betreiber ECT – mit großem Nachdruck an einem Hinterland-Netzwerk arbeitet. Mit der Studie greift die HPA ein Konzept auf, das das Umschlagunternehmen Eurogate entwickelt hat und ab Januar 2009 mit zunächst sechs ausgesuchten Inlandhäfen umsetzen wird. „Containerlogistik, die nicht zwangsläufig an den Seehafen gebunden ist, soll künftig an „Satelliten-Standorten“ ausgelagert werden“, umreißt HPA-Chef Jens Meier die Motivation für die Studie. Über diese Hinterlandbastionen will sich der Elbe-Hafen Luft für weiteres Wachstum verschaffen. Bis 2015 laufende Hochrechnungen gehen davon aus, dass der Container-Umschlag im Elbe-Hafen auf rund 18 Millionen TEU anwächst, gut acht Millionen Einheitskisten mehr als 2007. "Die begrenzten Flächenreserven im Hafennutzungsgebiet stellen einen Engpass dar. Ein Ausweg ist, dass der Hafen daher noch stärker die Zusammenarbeit mit Hinterlandstandorten im Rahmen von „Hinterland-Gateways“ sucht", so Meier weiter. Zu den Standorten, die künftig noch enger ins Geschäft mit Hamburg kommen wollen, gehört auch Braunschweig. Jens Hohls, Geschäftsführer der Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig, bestätigte gegenüber der VerkehrsRundschau, mit der HPA im Gespräch zu sein. Der Hafen erwartet in diesem Jahr einen Containerumschlag von rund 65.000 TEU – ein Zuwachs von gut acht Prozent gegenüber 2007. Ein Großteil des Containeraufkommens wird dabei mit dem Hamburger Hafen abgewickelt, und zwar im Rahmen regelmäßiger Binnenschiffs-Verkehre sowie von Bahn-Shuttelzügen. (eha)

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