Hafen Hamburg: Dramatische Umschlagrückgänge im ersten Halbjahr

14.08.2009 12:24 Uhr
Hafen Hamburg
Der Hamburger Hafen muss einen Einbruch beim Containerumschlag von rund 30 Prozent im ersten Halbjahr 2009 verbuchen
© Foto: Hafen Hamburg Marketing

Der Containerumschlag lag in den ersten sechs Monaten mit 3,6 Millionen TEU knapp 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau

Hamburg. Es fiel den Repräsentanten des Hamburger Hafens sichtlich schwer, positive Signale aus den Umschlagzahlen für das erste Halbjahr 2009 herauszulesen, die heute bekannt gegeben wurden. Sowohl im Umschlag von Massengütern als auch im für Hamburg besonders wichtigen Containerumschlag liegen die Zahlen dramatisch unter den Ergebnissen des Vorjahres. Der Containerumschlag lag in den ersten sechs Monaten mit 3,6 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) 28,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau (5 Millionen TEU). Der Massengutumschlag ging im ersten Halbjahr 2009 um 13,1 Prozent auf 17,2 Millionen Tonnen zurück. Einzige positive Meldung: „Seit April gibt es Anzeichen einer leichten Erholung im Containerumschlag“, sagte Hafen Hamburg Marketing Vorstand Claudia Roller. Einen Ausblick für den weitern Jahresverlauf wollte Roller allerdings nicht wagen. Ihre Enttäuschung über das Ergebnis konnte Roller nicht verbergen: „Wir hätten nicht gedacht, das es uns so stark erwischt“, sagte Roller. Derzeit liegt der Hafen Hamburg in der Nordrange hinter Rotterdam und Antwerpen nur auf Platz drei bei den Umschlagzahlen. Hamburg leidet besonders unter den rückläufigen Exporten aus Fernost, insbesondere China. Allein die Chinaverkehre, die im ersten Halbjahr um 26,6 Prozent zurückgingen, machen in Hamburg ein Drittel des Containerumschlags aus. „Asien hat im Vergleich zu andere Fahrtgebieten unterdurchschnittlich abgeschnitten, das macht die Sache so schwierig“, erklärte Roller. Besonders litten im ersten Halbjahr die Feederverkehre ab Hamburg in die Ostsee, die um 41 Prozent eingebrochen sind. Grund hierfür ist die wirtschaftliche Schwäche Russlands und der baltischen Staaten. Vor allem Russland hatte sich als wichtiger Markt für die Güter aus Asien etabliert, die ab Hamburg als Transhipment weiter transportiert werden. Beim Abtransport der Güter aus dem Hafen auf dem Landweg konnte der LKW im Vergleich zur Schiene Marktanteile zugewinnen. Dies, so betonte Roller sei auf den ruinöse Preiswettbewerb bei LKW-Transporten zurückzuführen. (diwi)

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