19.05.2009 |

Hafen Antwerpen: Landstrom jetzt auch für Seeschiffe

Antwerpen. Der Hafen Antwerpen strebt eine großflächige Versorgung auch von Seeschiffen mit Landstrom an. Bislang werden bereits Binnenschiffe sowie verschiedene Boote und Wasserfahrzeuge des städtischen Hafenbetriebs Antwerpen (GHA) während der Liegezeiten mit Landstrom versorgt, so dass die Hilfsaggregate zur Bordstromversorgung abgeschaltet bleiben können. Nach Erhebungen der GHA nimmt dank einer Landstromversorgung der Ausstoß an CO2 um mehr als die Hälfte ab, bei NOX sind es sogar bis zu 97 Prozent.

Der Flämische Ministerpräsident Kris Peeters gab jetzt in Antwerpen das offizielle Startzeichen für die erste Landstrom-Versorgungsstation für Seeschiffe. „Was wir hier in Betrieb nehmen, ist eine Weltpremiere“, freute sich Peeters in seiner Ansprache. Die Anlage wurde auf dem Gelände der Firma Independent Maritime Terminal (IMT) eingerichtet. An den Gesamtkosten von rund 1,2 Millionen Euro beteiligen sich auch das Bundesland Flandern sowie der GHA. Als technischer Systempartner tritt die in Hamburg ansässige Firma SAM Electronics in Erscheinung.

Der IMT-Terminal weist eine Gesamtfläche von rund 167.000 Quadratmetern auf und verfügt über eine Kaikapazität von 450 Meter Länge mit einer garantierten Wassertiefe von zwölf Metern. Nutznießer der neuen Landstrom-Versorgungsstation ist die Reederei Independent Container Line (ICL). Das Unternehmen hat bislang drei seiner insgesamt vier Containerschiffe technisch so nachgerüstet, dass sie beim Hafenaufenthalt Landstrom für das eigene Bordnetz beziehen können. ICL operiert im Linienverkehr zwischen Europa und der US-Ostküste.

In Deutschland hatte der Hafen Lübeck im August 2008 auf den dortigen Nordlandkai-Terminal den Echtbetrieb mit Landstrom für Ro/Ro-Frachter aufgenommen. „Wir bislang gesammelten Erfahrungen sind sehr gut. Auf der Fachmesse Transport Logistic in München hatten wir zahlreiche Fachgespräche mit Reedereien dazu geführt, die sehr großes Interesse an unserem Konzept haben“, berichtete Ralf Giercke, Projektleiter „Landstrom“ bei den Stadtwerken Lübeck. Letztere haben die Anlage auf dem Terminalgelände der LHG gebaut und sorgen für die Stromversorgung. (eha)

 
Anzeige
 

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

19.05.2009Artikelinformationen

Social Networking
Schlagworte
Bildnachweis
(Foto: ICL)

Frachtenbörsen

Transportausschreibungen

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Rudolf Röhlich meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen, weil wir auf manchen Relationen unpaarige WB abholen...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Recht + Geld
    Urteil der Woche: Haftungsbeschränkung für verunfallten Fahranfänger
    V 480 Truck meint: Mit 93 KM/h über die Landstrasse brettern, geht schon mal gar nicht, denn das Fahrzeug regelt bei 88...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Amazon-Logistikzentrum schafft 1000 Arbeitsplätze
    Walter Dettinger meint: Wenn es dann richtige Arbeitsplätze sind ist das OK. Aber vor einigen Wochen war die Rede, dass...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    heizer meint: na ob sich da viele für finden glaube ich ehr nicht.der hohe Kostenaufwand nur für die Anschaffung...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    spedi 01 meint: hallo, typisches Beispiel für Lobbyismus. Wir Spediteure wollen die Gigas nicht!! Warum? Die...[mehr…]

Frage der Woche

Jahresabo Premium

Jahresabo

Profitieren Sie ein Jahr lang von den Premium-Vorteilen der VerkehrsRundschau!


Mit hochwertiger Prämie! [Bestellen]

Neueste Meldungen

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.

Mini-Abo Online

miniabo

Testen Sie jetzt VerkehrsRundschau Online vier Wochen lang für nur 19 €

[Bestellen]

Beliebteste Meldungen