Hafen Antwerpen: Landstrom jetzt auch für Seeschiffe

19.05.2009 15:26 Uhr
Indipendent Container Line
Nutznießer der neuen Landstrom-Versorgungsstation ist die Reederei ICL
© Foto: ICL

Neue Versorgungsstation soll Schiffsemissionen deutliche verringern

Antwerpen. Der Hafen Antwerpen strebt eine großflächige Versorgung auch von Seeschiffen mit Landstrom an. Bislang werden bereits Binnenschiffe sowie verschiedene Boote und Wasserfahrzeuge des städtischen Hafenbetriebs Antwerpen (GHA) während der Liegezeiten mit Landstrom versorgt, so dass die Hilfsaggregate zur Bordstromversorgung abgeschaltet bleiben können. Nach Erhebungen der GHA nimmt dank einer Landstromversorgung der Ausstoß an CO2 um mehr als die Hälfte ab, bei NOX sind es sogar bis zu 97 Prozent. Der Flämische Ministerpräsident Kris Peeters gab jetzt in Antwerpen das offizielle Startzeichen für die erste Landstrom-Versorgungsstation für Seeschiffe. „Was wir hier in Betrieb nehmen, ist eine Weltpremiere“, freute sich Peeters in seiner Ansprache. Die Anlage wurde auf dem Gelände der Firma Independent Maritime Terminal (IMT) eingerichtet. An den Gesamtkosten von rund 1,2 Millionen Euro beteiligen sich auch das Bundesland Flandern sowie der GHA. Als technischer Systempartner tritt die in Hamburg ansässige Firma SAM Electronics in Erscheinung. Der IMT-Terminal weist eine Gesamtfläche von rund 167.000 Quadratmetern auf und verfügt über eine Kaikapazität von 450 Meter Länge mit einer garantierten Wassertiefe von zwölf Metern. Nutznießer der neuen Landstrom-Versorgungsstation ist die Reederei Independent Container Line (ICL). Das Unternehmen hat bislang drei seiner insgesamt vier Containerschiffe technisch so nachgerüstet, dass sie beim Hafenaufenthalt Landstrom für das eigene Bordnetz beziehen können. ICL operiert im Linienverkehr zwischen Europa und der US-Ostküste. In Deutschland hatte der Hafen Lübeck im August 2008 auf den dortigen Nordlandkai-Terminal den Echtbetrieb mit Landstrom für Ro/Ro-Frachter aufgenommen. „Wir bislang gesammelten Erfahrungen sind sehr gut. Auf der Fachmesse Transport Logistic in München hatten wir zahlreiche Fachgespräche mit Reedereien dazu geführt, die sehr großes Interesse an unserem Konzept haben“, berichtete Ralf Giercke, Projektleiter „Landstrom“ bei den Stadtwerken Lübeck. Letztere haben die Anlage auf dem Terminalgelände der LHG gebaut und sorgen für die Stromversorgung. (eha)

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