14.01.2010 |

Hafen Amsterdam 2009 mit einem „blauen Auge“ davongekommen

Amsterdam. Mit dem sprichwörtlichen „blauen Auge“ kommt die Hafengruppe Amsterdam 2009 beim Seegüterumschlag davon. Amsterdam, der zentrale Pfeiler in dieser, entlang des Nordsee-Kanals beheimateten Hafengruppe, kommt 2009 auf rund 73 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um gut drei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Vergleich mit anderen Häfen sind wir damit noch ganz gut weggekommen“, kommentiert Dertje Meijer, Direktorin beim Städtischen Hafenbetrieb Amsterdam (SHA), jetzt das Ergebnis. Nimmt man die anderen Hafenstandorte der Gruppe dazu, kommen 86 Millionen Tonnen zusammen. Das wiederum entspräche einem Rückgang von neun Prozent gegenüber dem Vorjahre.

Vor einer ungewissen Zukunft steht Amsterdam jedoch beim Containerumschlag. Was ab Mitte 2005 hoffnungsvoll begann, sich in den Folgejahren geradezu explosionsartig vermehrte, stürzte 2009 wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Amsterdam verlor die Hälfte seines Überseecontainerverkehrs und wies zum Jahresende gerade einmal 200.000 Standardcontainer (TEU) aus. Der Hafen wurde ganz klar das Opfer der radikalen Fahrplan-Umgestaltung bei den verschiedenen Übersee-Carriern. Die Mengen wanderten praktisch geschlossen nach Rotterdam ab. Der Exodus der Übersee-Containerverkehre dürfte sich 2010 fortsetzen. Denn der letzte, noch verbliebene Dienst („Loop“) der Grand Alliance nach Fernost wurde mit Wirkung zum Jahresende eingestellt. Die sich abzeichnende Abwanderung der Containerverkehre löste bereits im Sommer 2009 in Amsterdam eine Diskussion darüber aus, wie mit dem rund acht Jahre „jungen“ Containerterminal umzugehen sei.

Dass gerade der Hafen der niederländischen Hauptstadt beim Gesamtumschlag gut über die Runden kam, hat der Hafen vor allem einem Ladungsgut zu verdanken: dem Öl. Amsterdam ist als Lager- , Umschlag-, Weiterverarbeitungsstandort und Verteilerstation für Öl und Ölprodukte gefragt. Zu den Investitionsschwerpunkten der zurückliegenden Jahre gehörte seitens der Spezialbetriebe der Ausbau der Tanklagerkapazitäten. Insgesamt trug das Flüssiggut zum Amsterdamer Gesamtumschlag mit gut 39 Millionen Tonnen bei, ein Plus 16 Prozent.

Einen deutlichen Rückschlag musste der Hafen hingegen beim trocken Massengut hinnehmen, wo mit 31 Millionen Tonnen gut 13 Prozent weniger Ladung umgeschlagen wurde. Rückläufig waren hier vor allem sogenanntes Agribulk und auch Import-Kohlen, die vor allem für den deutschen Markt bestimmt ist.

Bei einem anderen Projekt, das die Hafenwirtschaft seit Jahren einfordert, konnte 2009 der Durchbruch erzielt werden. Die Rede ist von einer weiteren Großschleuse in Ijmuiden. Sie soll in der zweiten Hälfte des neuen Jahrzehntes – endlich – ihrer Bestimmung übergeben werden. (eha)

 
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14.01.2010Artikelinformationen

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