16.03.2009 |
GVN: Abwrackprämie keine Alternative für Mautaussetzung
Hannover. „Eine Abwrackprämie für LKW lehnen wir ab, sie ist keine Alternative zur Aussetzung der Mauterhöhung“. So kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), Bernward Franzky, am Montag die Forderungen der Metallbranche, durch Einführung einer Abwrackprämie für LKW der Nutzfahrzeugindustrie auf die Beine zu helfen. Als Ausgleich für die Mauterhöhung zum 1. Januar 2009 sei eine Abwrackprämie ein völlig untaugliches Mittel und blockiere die wirklich erforderlichen Maßnahmen, sagte Franzky.
Eine Abwrackprämie mache nur dann Sinn, wenn dadurch die Erneuerung überalterte Fahrzeugflotten gefördert würde. Dies sei nach Auffassung des GVN aber im deutschen Verkehrsgewerbe nachweislich nicht der Fall. Immerhin 92 Prozent aller mautpflichtigen Kilometer würden demnach von Fahrzeugen der Kategorie Euro-3 bis Euro-5 geleistet, so der GVN. Selbst die Euro-3-Fahrzeuge seien maximal 2,5 bis 6 Jahre alt. Für die Verkehrsunternehmen sei die Abwrackprämie auch deshalb keine Lösung, weil diese nur fließe, wenn gleichzeitig mehr als 100.000 Euro für das Neufahrzeug investiert würde. Dafür fehle den Betrieben zurzeit aber jegliche Liquidität.
Das eigentliche Problem bliebe deshalb ungelöst: Das deutsche Verkehrsgewerbe leide seit langem unter zu hoher Abgabenbelastung, verantwortlich dafür sei die Politik, unterstreicht der GVN-Hauptgeschäftsführer. Wenn die Politik es Transportunternehmen ermöglichen wolle, zu investieren, müsse sie ihnen vorher genug Geld in der Tasche lassen.
Der GVN vertritt als Arbeitgeber- und Wirtschaftverband rund 3.400 private niedersächsische Unternehmen aus den Bereichen Güterkraftverkehr, Entsorgung, Spedition, Logistik, Möbelspedition, Omnibus und Touristik sowie Taxi, Mietwagen und Krankentransporte mit mehr als 80.000 Beschäftigten. (ag)
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