Güterverkehr im Nord-Ostsee-Kanal geht zurück

20.07.2009 13:51 Uhr
Nord-Ostsee-Kanal Schleusen
Wirtschaftskrise macht auch vor den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals nicht Halt
© Foto: Arndt

Weniger Einnahmen durch Nutzer der künstlichen Wasserstraße im ersten Halbjahr

Kiel. Die von der Weltwirtschaftskrise ausgelöste Krise im internationalen Seehandel geht auch am knapp 100 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanal nicht spurlos vorbei. Zwischen Januar und Juni dieses Jahres verringerte sich die Anzahl der Schiffspassagen um mehr als ein Drittel auf rund 14.600 Frachter, berichtete die Wasser und Schifffahrtsdirektion Nord (WSD-Nord) in Kiel am Montag. Weil die Berechnung der Lots- und Kanalabgaben auf der Grundlage der Bruttoraumzahl (BRZ) des Schiffes erfolgt, sind damit deutlich weniger Einnahmen für die Schifffahrtsverwaltung des Bundes verbunden. So brachten es die im Berichtszeitraum registrierten Frachter auf gut 55,6 Millionen BRZ. Im ersten Halbjahr 2008 waren es noch knapp 90,1 Millionen BRZ. Das entspricht einem Rückgang um fast 39 Prozent. Das mit den Schiffen beförderte Frachtaufkommen betrug im ersten Halbjahr 2009 gut 33 Millionen Tonnen nach knapp 55,5 Millionen Tonnen im Vorjahr. Jörg Heinrich, Leiter des Dezernats Schifffahrt bei der Kieler WSD-Nord, sieht indes erste Anzeichen für eine Trendveränderung und eine Stabilisierung bei den Verkehrsmengen im NOK. Seit April würden wieder mehr Schiffe den Kanal passieren. Für die Verkehrsmengenrückgänge auf dem NOK ist die Weltwirtschaftskrise nicht nur allein verantwortlich. Aufgrund der deutlichen Ölpreissenkungen in den ersten Monaten dieses Jahres entschieden auch viele Reedereien, den Weg um Skagen herum zu befahren, um so die Kanal- und Lotsentgelte einzusparen. Die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt soll im Laufe der kommenden Dekade ausgebaut werden. Aktuell laufen bei der WSD-Nord die Vorbereitungen für die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens zum Ausbau der sogenannten „Oststrecke“ im Kanal. Dabei handelt es sich um einen gut zwölf Kilometer langen Abschnitt in der künstlichen Wasserstraße, beginnend am Schleusenkomplex Kiel-Holtenau. Bei der WSD-Nord geht man davon aus, dass das Verfahren spätestens zum Jahresende offiziell beginnt, so eine Sprecherin zur VerkehrsRundschau. (eha)

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