18.02.2010 | Transport + Logistik

Güterverkehr auf der Bahn soll wettbewerbsfähiger werden

Zürich. Sieben europäische Güterbahnen haben heute den Vertrag zu einer Allianz für den Wagenladungsverkehr unterzeichnet. Die Kooperation mit dem Namen Xrail hat zum Ziel, den grenzüberschreitenden Wagenladungsverkehr kundenfreundlicher, effizienter und pünktlicher zu machen. Damit soll das Angebot der Bahnen wettbewerbsfähiger werden gegenüber dem Hauptkonkurrenten, dem LKW.

„Die neue Allianz versteht sich als Produktionsgesellschaft, die die Prozesse transparenter macht und einheitliche Leistungsstandards verspricht“, sagte Alexander Hedderich, Vorsitzender von DB Schenker Rail, einer der sieben beteiligten Bahnen. Zu den weiteren Bahnen gehören SNCB Logistics (Belgien), CD Cargo (Tschechische Republik), CFL Cargo (Luxemburg), Green Cargo (Schweden), Rail Cargo Austria (Österreich) und SBB Cargo (Schweiz).

„Wir wollen damit auch ein klares Signal an unsere Kunden senden, dass wir weiterhin an die Zukunft des Einzelwagenverkehrs glauben“, sagte Hedderich. Der Güterbahnchef spielte damit auf Spekulationen bei anderen Wettbewerbern wie der französischen Bahn und der italienischen Bahn an, von denen es heißt, sie wollen ihren Einzelwagenverkehr spürbar verringern.

Hedderich betonte, dass gerade die internationale Verkehre von hoher Bedeutung seien. Die Kunden würden sich zunehmend international ausrichten. So sei mittlerweile bereits jeder zweite Waggon im Einzelwagenverkehr international unterwegs. Diesem Trend müssten die Bahnen folgen und ebenfalls marktkonforme Angebote machen. Derzeit sei die Abstimmung unter den Bahnen jedoch unzureichend. „Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, den Zeitbedarf für die Angebotserstellung von derzeit bis zu zehn Tagen auf durchschnittlich unter drei Tagen zu verringern“, sagte Hedderich. Langfristig solle Xrail zu einem Netzwerk getreu dem Stückgutnetz im Straßengüterverkehr ausgebaut werden.

Es hat auch bereits erste Pilotprojekte gegeben mit den Kunden gegeben. Die Reaktionen waren laut Hedderich ausnahmslos positiv. „Die mit dem Projekt Xrail gestartete Initiative zur Qualitätssteigerung sowie der verbesserte Informationsfluss über den Sendungsverlauf sind wesentliche Voraussetzungen für eine optimierte Ressourcenplanung“, zitiert DB Schenker Rail eine Stellungnahme des Unternehmens Voest Alpine zu der neuen Kooperation.

Das Geschäft der Güterbahnen lässt sich unterteilen in Blockzüge, den Kombinierten Verkehr (KV) und den Einzelwagenverkehr, bei der einzelne Waggons zu Zügen zusammengefügt werden. Der Einzelwagenverkehr macht in Europa etwa 50 Prozent des gesamten Schienengüterverkehrs aus (Blockzüge 35 Prozent, KV 15 Prozent). In Deutschland bezifferte Hedderich den Anteil des Einzelwagenverkehrs auf derzeit 35 bis 40 Prozent. (cd)

Eine ausführliche Berichterstattung zu den Hintergründen von XRail können Sie in der VerkehrsRundschau Nr. 8 vom 26. Februar lesen

 
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