25.11.2011 | Transport + Logistik

Große Verspätung beim einheitlichen europäischen Luftraum

Brüssel. Die Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums (EEL) kommt viel langsamer voran, als es die Pläne der EU vorsehen. Von den neun Funktionalen Luftraumblöcken (FAB), die als Zwischenschritt zu einer Vereinheitlichung des Luftraums über Europa geplant sind und Ende 2012 voll funktionsfähig sein sollen, liegt lediglich der dänisch-schwedische FAB mehr oder weniger im Zeitplan.

„Ich sehe die ernsthafte Gefahr, dass wir wegen dieser Verzögerungen unsere selbst gesteckten Ziele für einen effizienteren, sichereren und umweltfreundlicheren Luftverkehr in Europa nicht schnell genug erreichen", sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas heute Mittag in Brüssel bei der Vorstellung eines Zwischenberichts zu den Fortschritten beim EEL. Er kündigte an, bei weiteren Verzögerungen durch die EU-Mitgliedsstaaten rechtliche Schritte zu prüfen. Welche das genau sein könnten, ließ er offen.

Bei der Einrichtung eines FAB müssen mehrere Länder ihre bisher national organisierten Luftfahrdienste aufeinander abstimmen und miteinander harmonisieren. Der FAB mit deutscher Beteiligung gehört laut Zwischenbilanz der EU-Kommission zu den zwei FABs mit den größten Problemen. Zusammen mit dem FAB, in dem Portugal und Spanien ihre Flugdienste zusammenlegen sollen, bekommt der zentrale FAB über Mitteleuropa mit Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg, den Niederlande und der Schweiz ein rotes Ampellicht von der EU-Kommission gezeigt. Sie würden am weitesten hinter dem Zeitplan hinterherhinken, so die EU-Behörde.

Deutschland gehört neben Frankreich, Spanien, Großbritannien und Österreich außerdem zu den Ländern, die es bislang noch nicht einmal teilweise geschafft haben, von der EU geforderte Leistungs-Schemata für Auslastung und Effizienz ihrer Flugräume zu liefern. Anfang 2012 sollen diese Leistungs-Schemata nach EU-Plänen greifen, wodurch es zu weniger Verspätungen im Flugverkehr kommen soll. Die EU hat errechnet, dass auf diese Weise knapp 1,2 Milliarden Euro bis 2014 bei Flügen eingespart werden können. Bislang haben lediglich Belgien, Dänemark, Litauen, Luxemburg und die Niederlande ihre kompletten Leistungs-Schemata bei der EU eingereicht. (kw)

 
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