10.08.2009 | Transport + Logistik

Gravierende Sicherheitslücken in Luftfracht-Transportketten

Frankfurt. Bei der Luftfracht gibt es trotz neu gefasster, strenger EU-Auflagen immer noch erhebliche Sicherheitslücken. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des International Transfer Center for Logistics (ITCL) und der TU Berlin, die die World Cargo Center GmbH in Auftrag gegeben hat. Schwierigkeiten bereitet demnach insbesondere die Vielzahl von uneinheitlichen Vorschriften und Zertifikaten zur Luft- und Frachtsicherheit.

Während 56 Prozent der Logistikdienstleister den Mangel an lieferstufenübergreifenden Sicherheitskonzepten als das größte Sicherheitsproblem ansehen, bemängeln 61 Prozent der Verlader vor allem das fehlende Sicherheitsbewusstsein beim eigenen und beim Personal ihrer Dienstleister. Auch technische und bauliche Aspekte spielen eine Rolle: 24 Prozent der Logistikdienstleister und 39 Prozent der Verlader halten die Überwachungstechnik in den Luftfrachtzentren für unzureichend. Darüber hinaus bemängeln 28 Prozent der Logistikdienstleister und 56 Prozent der Verlader die Zutrittskontrollen zu den Frachtzentren.

Kleine Logistikdienstleister mit Nachholbedarf

Nachholbedarf haben der Studie zufolge insbesondere kleine und mittelständische Logistikdienstleister. Während 83 Prozent der Industrieunternehmen mit hohem Exportanteil Sicherheitsvorkehrungen als integralen Bestandteil der logistischen Abläufe betrachten, messen nur 59 Prozent der Dienstleister diesem Aspekt die gleiche Bedeutung bei.

Luftfrachtsicherheit beginnt bereits am Boden. 78 Prozent der befragten Verlader bestätigen ausreichende Gebäudesicherheit. Für 89 Prozent ist die Sicherheit bei Ladungskontrollen gewährleistet. Zu einer konträren Beurteilung kommen die Logistikdienstleister: 31 Prozent halten die Gebäudesicherheit für unzureichend, 47 Prozent sehen erhebliche Mängel bei Ladungskontrollen.

EU-Sicherheitsvorschriften verzögern und treiben die Preise

Weiterhin kam die Studie zu dem Ergebnis, dass die Anforderungen der stringenten EU-Sicherheitsvorschriften spürbar die Abwicklung eilbedürftiger Luftfracht verzögern. Laut 80 Prozent der Befragten treibt dies zusätzlich die Kosten in die Höhe. Ein gleich hoher Anteil sieht die Wachstumschancen der Luftfracht dadurch beeinträchtigt.

77 Prozent der Logistikdienstleister und 83 Prozent der Verlader sind der Ansicht, dass die Sicherheitsauflagen bis zu zehn Prozent der Gesamtlogistikkosten ausmachen. 22 Prozent der Logistikdienstleister und 17 Prozent der Verlader sehen sogar eine Mehrbelastung von mehr als zehn Prozent.

Wer die Zusatzkosten übernimmt, darüber gehen die Meinungen auseinander: Während 42 Prozent der Logistikdienstleister glauben, die Kosten selbst tragen zu müssen, sind die Verlader davon überzeugt, die Verteuerung über steigende Transportpreise ihrer Dienstleister finanzieren zu müssen. (tk)

Weitere Details der Studie zu den Kosteneffekten der Sicherheitsvorschriften finden Sie als Download in der nachstehenden Box

 
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