Tiflis. In Georgien wird heftig die mögliche Öffnung des einzigen direkten Grenzüberganges nach Russland debattiert. Der Nationale Sicherheitsrat und Präsident Michail Saakaschwili haben sich bereits für die Öffnung des Kontrollpunktes Kasbegi an der so genannten Georgischen Heerstraße ausgesprochen. Georgien will dabei auf die früher vorgebrachte Bedingung verzichten, dass Russland wieder georgische Waren - dies sind vor allem Wein, Mineralwasser und Obst - ins Land lässt. Die Grenzöffnung soll in erster Linie im Interesse Armeniens erfolgen, dass früher 30 Prozent des für das Land wichtigen Außenhandels mit Russland auf dieser Route abwickelte. Die Verhandlungen laufen indirekt über Armenien sowie die Schweizer Diplomatie, da nach dem Kaukasuskrieg 2008 die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern abgebrochen wurden. Der Grenzverkehr auf der Route war jedoch bereits 2005 von Russland unterbrochen worden –unter dem Vorwand, am russischen Kontrollpunkt Werchni Lars stünde eine Generalsanierung an. Der Ausbau wurde schon lange abgeschlossen, doch hielt Russland die Landgrenze zu Georgien auch danach geschlossen. Der Güterverkehr zwischen Armenien und Russland wird gegenwärtig weitgehend über Fährverbindungen zwischen russischen und georgischen Häfen abgewickelt. Sie waren von dem Konflikt im vergangenen Jahr faktisch nicht betroffen. Eine früher über Südossetien führende Alternativroute ist seit dem Krieg für den Verkehr nach Georgien und Armenien ebenfalls blockiert. (ld)
Georgisch-russische Grenze soll wieder öffnen
Georgien kommt Russland entgegen: Der Nationale Sicherheitsrat und Präsident Michail Saakaschwili sprechen sich für Öffnung aus