München. Gegen einen möglichen Autobahn-Südring A99 um München formiert sich massiver Widerstand. Mehr als ein Dutzend Gemeinden südlich der Landeshauptstadt lehnen den Bau strikt ab. Die Trasse würde in unverantwortlicher Weise Natur- und Naherholungsgebiete zerstören, argumentierte das "Südbündnis" aus 14 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister am Montag in München. Eine entscheidende Verkehrsentlastung für die Menschen im Norden und Osten von München bringe der Südring aber nicht. Unterstützt werden die Gemeinden vom Bund Naturschutz in Bayern (BN). "Die Wälder und Talräume im Münchner Süden sind unverzichtbar für die Lebensqualität der gesamten Region", sagte der BN-Vorsitzende Hubert Weiger. Die Eingriffe in die Natur wären irreparabel. Die Autobahndirektion Südbayern überprüft derzeit in einer Machbarkeitsstudie verschiedene Trassenführungen für den Autobahnring durch Isartal, Würmtal und Hachingertal. Die betroffenen Gebiete seien Bannwälder und stünden damit unter besonderem Schutz, warnte Weiger. Die Wälder seien insbesondere mit Blick auf den Klimawandel von großer Bedeutung. Sie reinigten verschmutzte Luft und sorgten für Frischluft auch für die Stadt München. "Das hohe ökologische Risiko ist bestätigt", sagte Weiger. "Es ist völlig unumstritten, dass die Leute Probleme mit den Verkehrswegen haben. Doch der Südring ist keine Lösung", sagte der Bürgermeister der Gemeinde Oberhaching, Stefan Schelle. Die umstrittene Autobahn würde den Osten und Nordosten um nicht einmal zehn Prozent entlasten, argumentieren die "Südbund"-Gemeinden unter Berufung auf bisherige Zwischenberichte zu der Machbarkeitsstudie. Auch nach BN-Erkenntnissen wären die Entlastungseffekte marginal. Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen bis Ende Mai vorliegen. Eine Lösung sehe er im Schienenverkehr, sagte Weiger. Die Hauptbelastung auf den Straßen seien Gütertransporte, diese könnten auf die Schiene verlagert werden. (dpa)
Gemeinden gegen Bau des Autobahn-Südrings
"Südbund"-Gemeinden sehen im Bau der Autobahn/ Bund Naturschutz: "ökologisches Risiko" für die Bannwälder