Paris. Fret SNCF, die Bahnfrachtabteilung der französischen Staatsbahn SNCF, hat damit begonnen, die Kapazität der Verschiebebahnhöfe zu verringern. Dies vollzieht sich parallel zur geplanten Rückführung der Einzelwaggon-Aktivitäten auf ein rentables Minimum, berichtet das Fachmagazin „Transports Actualités“. Bei der im September letzten Jahres vorgestellten globalen Reform des chronisch hochdefizitären Bahnfrachtbereichs hatte dessen damaliger Leiter Luc Nadal erklärt, man werde nur solche Verschiebebahnhöfe behalten und weiter betreiben, die als Zugangsstellen für den europäischen Bahnverkehr zum französischen Netz fungierten. Eingeleitet wurde der Kapazitätsabbau jetzt am Standort Somain im Departement Nord (Region Nord-Pas-de-Calais), dem zweitgrößten Verschiebebahnhof des Landes. Die Gewerkschaften befürchten, dass er schlicht und einfach geschlossen werden soll. An anderen Standorten wie Sotteville bei Rouen oder Villeneuve-Saint-Georges im Departement Val-de-Marne am Zusammenfluß von Yerres und Seine wird mit erheblichen Einschnitten in die Aktivitäten gerechnet. Der Einzelwaggon-Bahnservice gilt als Hauptverantwortlicher für die anhaltend hohen Verluste bei Fret SNCF. In Sotteville stehen derzeit rund 100 komplett betriebsbereite Frachtlokomotiven auf dem Abstellgleis. Dass sich die französische Staatsbahn nicht am europaweiten Einzelwaggon-Projekt XRail beteiligt, könnte auf eine noch radikalere Strategie auf französischer Seite hindeuten, heißt es. (jb)
Fret SNCF baut Kapazitäten ab
Rangierbahnhöfe sind Opfer der Sparpläne von Frankreichs Staatsbahn