28.01.2009 |

Fraport trennt sich von Hahn

Frankfurt/Main. Die Fraport AG wird ihre Beteiligung von 65 Prozent am Flughafen Hahn an das Bundesland Rheinland-Pfalz veräußern. „Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten, so dass wir den Vollzug dieses Schritts innerhalb von einer bis drei Wochen erwarten“, kündigte der stellvertretende Vorsitzende der Frankfurter Flughafen-Betreibergesellschaft Fraport gestern Abend vor den Mitgliedern des örtlichen Luftfahrt-Presse-Clubs an.

Der Manager begründete diesen Schritt damit, dass der Flughafen Hahn trotz beachtlicher Erfolge beim Passagierverkehr und dem Luftfrachttransport nach Einschätzung der Fraport auf absehbare Zeit keine Gewinne erwirtschaften wird. Neben Fraport sind bislang die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz mit jeweils 17,5 Prozent Anteilen als Gesellschafter am Flughafen Hahn beteiligt. Auch Hessen plant seinen Anteil an Rheinland-Pfalz zu verkaufen, bestätigte heute ein Sprecher der VerkehrsRundschau.

„Unseren Anteilseignern gegenüber fühlen wir uns verpflichtet, uns von solchen Beteiligungen zu trennen“, so Schulte, der als Nachfolger des as Altersgründen scheidenden Fraport-Chefs Wilhelm Bender gehandelt wird. Über diese Personalie würden die zuständigen Gremien noch vor dem kommenden September befinden, nannte Schulte einen konkreten Zeitrahmen.

Wie der Manager weiter sagte, werde die Fraport ihren internationalen Expansionskurs fortsetzen und sich auch in Zukunft an anderen Flughäfen beteiligen. Als gelungene Investitionen nannte er speziell die Airports von Lima (Peru) und Antalya (Türkei). Nach weiteren „interessanten Flughäfen mit mindestens zwei Millionen Passagieren im Jahr schauen wir uns um“, so Schulte. Konkret nannte er hier de schottischen Airport Edinburgh, auf den die Fraport ein Auge geworfen hat.

Für das laufende Kalenderjahr erwartet der Manager eine rückläufige Verkehrsentwicklung am Frankfurter Flughafen. „Gerade deshalb ist es wichtig, die Bauarbeiten für die vierte Landebahn jetzt zu beginnen, damit wir in der kommenden Aufschwungphase des Luftverkehrs den Fluglinien zusätzliche Start- und Landekapazitäten anbieten können“. Schulte bestätigte, dass die Fraport keine weiteren Ausbaumaßnahmen über das derzeit angelaufene Programm plane. (hs)

 
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