Rostock/Berlin. Kurz vor den Gesprächen von Schleswig- Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) mit der Bundesregierung über die geplante Fehmarnbelt-Querung sind im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern kritische Stimmen laut geworden. „Der Bau geht nicht ohne massive staatliche Zuschüsse“, sagte der Schweriner Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) heute gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Eine hoch subventionierte Brücke würde in Konkurrenz zur nicht subventionierten Fährschifffahrt stehen. „Wir brauchen die Querung nicht und wollen sie auch nicht»“ betonte der SPD-Minister. Nach den Vorstellungen Carstensens soll der Bund die Finanzierung der fünf Milliarden Euro teuren Brücke zwischen der Insel Fehmarn (Ostholstein) und der dänischen Insel Lolland über eine Bürgschaft absichern. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) zeigte sich bislang zurückhaltend über die Beteiligung des Bundes. Er wolle zunächst wissen, ob es einen Investor und eine entsprechende Konzeption gebe, hatte er vor wenigen Wochen eingeschränkt. Der Chef des Rostocker Hafens, Ulrich Bauermeister, bezeichnete die Brücke als „ökologischen und ökonomischen Unsinn“. Das Kosten- Nutzen-Verhältnis sei schlecht: Für einen Euro Einsatz kämen nur zwei Euro Ertrag zurück. Bei der geplanten Autobahn 14 zwischen Schwerin und Magdeburg beispielsweise liege das Verhältnis bei eins zu vier. Auch würden die 150 Millionen Euro, die für den Ausbau des Lübecker Hafens zurzeit ausgegeben werden, entwertet. Zudem würde sich an dem Verkehrsknotenpunkt und Engpass Hamburg nach Ansicht Bauermeisters nichts ändern. „Dort würden wir alle gemeinsam und bis in alle Ewigkeit weiter im Stau stehen“, sagte er. (dpa/tbu)
Fehmarnbelt: Geplante Querung in der Kritik
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister hält die Brücke zwischen Fehmarn und Dänemark für nicht notwendig