Wien. Gewerkschafter und Politiker aller politischen Richtungen haben am Mittwoch in Österreich gegen die angekündigten Massenentlassungen bei der Post AG und Telekom Austria protestiert. Die Gewerkschaften drohten Volksbegehren und Klagen gegen Pläne der Post an, bis 2011 bis zu 9.000 Arbeitsplätze zu streichen und bis zu 1.000 von 1.300 Postfilialen zu schließen. Österreichs Verkehrsminister Werner Faymann kündigte daraufhin überraschend ein Moratorium für die geplanten Schließungen bei der Post bis Mitte 2009 an. Politiker und Gewerkschafter warnten angesichts des drohenden Stellenabbaus vor den Folgen. Der christliche Gewerkschaftsbund kündigte ein Volksbegehren an, und die Grünen wollten die geplanten Kürzungen und Postamt-Schließungen mit einer Sammelklage verhindern. Doch während der amtierende konservative Finanzminister Wilhelm Molterer nicht direkt in die Pläne der Unternehmen eingreifen will, zog der amtierende Verkehrsminister und vermutlich nächste Bundeskanzler, Werner Faymann (SPÖ), noch am Dienstag die Notbremse. Er verordnete dem Post-Vorstand als zuständiger Ressortchef ein Moratorium für die Schließungen. In der Zwischenzeit müsse „ernsthaft nach einer Alternative zum bisherigen reinen Kahlschlagkonzept“ des zu 51 Prozent staatlichen Unternehmens gesucht werden. Insgesamt könnten die Stellenverluste bei den teilstaatlichen Unternehmen mittelfristig noch weiter steigen, denn auch bei dem geplanten Verkauf der Fluglinie AUA wird mit dem Abbau von 2.000 der 8.000 AUA-Jobs gerechnet. (dpa)
Faymann stoppt Post-Schließungen in Österreich
Proteste gegen Massenentlassungen bei österreichischer Post