03.04.2009 | Transport + Logistik

Ex-Chef der Spedition Ricö verhaftet

Osterode/Braunschweig. Der ehemalige Geschäftsführer der insolventen Speditionsfirma Ricö aus Osterode am Harz sitzt im Gefängnis. Der 44-Jährige wurde wegen betrügerischer Geschäfte per Haftbefehl gesucht. Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen nahmen den Mann Ende März nach seiner Einreise aus dem Ausland an der Autobahn bei Salzgitter fest, wie das LKA heute mitteilte.

Er soll zusammen mit anderen Betriebsangehörigen und zwei Sachverständigen Leasing-Gesellschaften um Millionen Euro betrogen haben. Der Verdächtigte soll veranlasst haben, dass die Fahrzeugidentifizierungsnummern von zum Teil sehr alten Sattelaufliegern herausgeschliffen und durch neue Nummern ersetzt wurden. Auf diese Art und Weise gelang es, einen weiteren Fahrzeugbrief für ein und dasselbe Fahrzeug zu erhalten und dieses als Neufahrzeug an die Leasing-Gesellschaften zu verkaufen. Aufgeflogen sei der Betrug, als die Firma im März dieses Jahres Insolvenz anmelden musste. Außerdem steht der ehemalige Ricö-Geschäftsführer im Verdacht, Bargeld aus dem Firmenvermögen entnommen zu haben, obwohl er wusste, dass sein Unternehmen längst zahlungsunfähig war.

Die ehemalige Großspedition war Anfang vergangenen Jahres in Schieflage geraten und hatte im März 2008 Insolvenzantrag gestellt. Ursprünglich hatte Ricö in Deutschland 1000 eigene Mitarbeiter. 2000 weitere Menschen waren bei der ebenfalls insolventen polnischen Tochter beschäftigt. Der Fuhrpark war überwiegend geleast. Von den angeblich bis zu 7000 vorhandenen Fahrzeugen konnten nach Angaben des Insolvenzverwalters nur etwa 3100 sichergestellt werden. (dpa/sb/ak)

 
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