12.01.2009 | Transport + Logistik

Eurogate kauft sich bei Bremer Acos-Gruppe ein

Bremen. Im deutschen Seehafen-Hinterland-Verkehr kommt es zu einer Neuverteilung der Gewichte. Rückwirkend zum 1. Januar 2008 beteiligt sich die Eurogate Intermodal (EGIM) mit 49,9 Prozent an der Bremer Acos Holding. Das bestätigte Firmengründer und -chef Helmut Frank. „Meine Frau und ich verkaufen unsere Anteile in erster Linie mit Blick auf eine geordnete Nachfolgeregelung. Mit diesem Thema haben wir uns schon seit längerem beschäftigt“, sagte Frank. Nach „reiflicher Überlegung“ seien er und seine Frau zu der Überzeugung gekommen, „dass wir in EGIM den geeigneten Partner gefunden haben“. Schließlich verbinde beide Unternehmen eine sehr lange, erfolgreiche Zusammenarbeit über die Firmen NTT 2000 und Trimodal Logistik, betonte Frank.

Durch die jetzt besiegelte Zusammenarbeit mit der Eurogate-Tochter versprechen sich beide Partner weitere Synergien, betonte Frank. So hatte das Hafen- und Logistik-Unternehmen Eurogate Mitte 2008 ein neues Hinterland-Terminal-Netzwerk begründet, das seit Januar aktiv ist. Die tragende Säule in dem Gesamtgebilde stellt weiterhin die Trucking-Sparte da. Frank: „Wir haben inzwischen mehr als 100 eigene LKW.“ Die Trucks sind nicht nur in den norddeutschen Häfen Bremen, Bremerhaven und Hamburg, sondern auch an wichtigen Endpunkten im Hinterland stationiert, und zwar an den strategischen Schnittstellen zu den anderen Verkehrsträgern.

Zum künftigen Gesellschafterkreis der Bremer Logistik-Gruppe gehören neben EGIM weiterhin Helmut Frank sowie die Acos-Führungskräfte Michael Holtkemper, Norbert Grünloh, Sabine Meyer, Cordula Radtke, Thomas Jupt und Andre Papra. Darüber hinaus sind weitere Mitglieder der Familie Frank an dem Unternehmen beteiligt.

Das im Mai 1980 zunächst als reines Container-Trucking-Unternehmen in Bremen gegründete, später in Acos Group umbenannte Unternehmen erweiterte seit der Mitte der 1990er Jahre beständig sein Tätigkeitsspektrum um die Bereiche Binnenschiffs- und Bahntransporte. In allen Fällen geht es nur um Containertransporte. Das Operationgebiet der Binnenschiffsaktivitäten umfasst sowohl den norddeutschen Raum als auch Beförderungen von und nach den Westhäfen. Im Bahnsegment hat der inhabergeführte Betrieb unterschiedliche Zug-Systeme entwickelt und betreibt, so zum Beispiel „NTT 2000“ (Neutral Triangle Train).

Bei allen Netzwerkergänzungen hat Frank stets andere Partner mit ins Boot geholt. Zu diesem Kreis gehören neben der Firma EGIM auch das norddeutsche nichtbundeseigene Bahn-Unternehmen Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB) aus Zeven, Contargo, Rhenus Partnership sowie das Befrachtungs-Kontor van der Veen BV aus Delfzijl. Mit seinem gesamten intermodalen Netzwerk beförderte Acos 2008 rund 675.000 Standardcontainer (TEU), eine Menge, die praktisch dem Vorjahresniveau entspricht. Wie alle Transportdienstleister wurde auch der Bremer Mittelständler von den Verkehrsmengenrückgängen am dem vierten Quartal 2008 getroffen. (eha)

 
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