28.01.2009 |

Eurogate-Gruppe: Kurzarbeit für den Standort Bremerhaven ist nicht auszuschließen

Bremen. Die im Zuge der Finanzmarktkrise ausgelöste deutliche Verringerung der Transportmengen auch und gerade im internationalen Seeverkehr schlägt jetzt auch bei den Hafenbetrieben durch. So kann die Eurogate-Gruppe, Bremen, Kurzarbeit für einen Teil ihrer Belegschaft am Standort Bremerhaven nicht mehr ausschließen, räumte Eurogate-Sprecherin Corinna Romke gegenüber der VerkehrsRundschau ein. „Aktuell haben wir allerdings noch keinen Beschluss dazu gefasst“, stellte sie klar. Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung in Bremerhaven am heutigen Nachmittag wollen Geschäftsführung und Betriebsrat ihre Überlegungen zur „Überbrückung“ der aktuellen und auch für die kommenden Wochen erwarteten geringeren Auslastung der Container-Umschlag-Einrichtungen darlegen.

Ein wichtiger Bestandteil des Maßnahmenpaketes sei auch das Thema „Überstunden-Verwendung“. Erst in einem weiteren Schritt könnte auch Kurzarbeit folgen. Romke: „Die Unternehmensführung will alles in ihrer Macht stehende tun, um die Beschäftigung zu halten.“ So habe die Eurogate-Gruppe in den zurückliegenden Jahren sehr viel in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investiert und zudem viele ehemalige Langzeitarbeitslose wieder eingestellt. „Das Erreichte soll nicht gefährdet werden“, so Romke. Denn natürlich erwarte das Unternehmen mittel- und langfristig wieder Zuwachsraten im Seegüterumschlag.

Inzwischen liegen die endgültigen Umschlagzahlen für die Bremischen Häfen vor. Demnach gingen 2008 rund 74,6 Millionen Tonnen über die Kaikanten des Zwei-Häfen-Stadtstaates. Das entsprach einer Mengenverbesserung gegenüber dem Vorjahr von gut 7,9 Prozent. Das Endergebnis weicht deutlich von der noch Mitte Dezember 2008 veröffentlichten Zahl ab. Damals hatte Bremens Häfen- und Wirtschaftssenator Ralf Nagel (SPD) einen Umschlag von „voraussichtlich 75,5 Millionen Tonnen“ in Aussicht gestellt. Im vierten Quartal 2008 habe sich „die einsetzende Schwächephase der weltwirtschaftlichen Entwicklung auch an unseren Kajen bemerkbar gemacht“, kommentierte Nagel jetzt die endgültigen Zahlen.

Im Angesicht dieser schwierigen Rahmenbedingungen hätten sich die Bremischen Häfen noch „ausgezeichnet geschlagen“. Beim Containerumschlag erreichten die Bremischen Häfen 2008 rund 5,5 Millionen TEU – ein Plus von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das beste Monatsergebnis wurde im Oktober mit 507.000 TEU, das schlechteste mit 378.000 TEU im Dezember 2008 erzielt. (eha)

 
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