26.05.2010 |

Eurocombi-Feldversuch hat höchste Priorität

eurocombi

Leipzig. Der geplante bundesweite Feldversuch mit überlangen LKW soll vorangetrieben werden. Dies bekräftigte heute Verkehrs-Staatssekretär Andreas Scheuer (CSU) am Rande des Weltverkehrsforums in Leipzig. Der Test mit den so genannten Eurocombi – das Ministerium spricht von Lang-LKW – wurde als Maßnahme mit vorrangiger Priorität in den Masterplan Güterverkehr und Logistik aufgenommen und soll Anfang 2011 starten.

Mit Verbänden und Institutionen des Verkehrsgewerbes und der Wirtschaft gab es „konstruktive Gespräche“ über die Weiterentwicklung und Konkretisierung des Masterplans, sagte Scheuer. Ziel sei es bis September 2010 einen Aktionsplan vorzustellen, der „verbindliche Handlungsempfehlungen für die politischen Akteure“ beinhalte.

Scheuer erwartet für Anfang Juni harte Verhandlungen mit dem Finanzministerium über den Etat seines Ministeriums. „Unser Ziel ist es die besprochenen Maßnahmen umzusetzen und dafür die nötige Finanzausstattung zu bekommen.“ Dennoch müsse gerade was den Neubau von Bundesstraßen angehe alles auf den Prüfstand. „Was noch nicht begonnen ist, muss noch einmal angeschaut werden“, sagte Scheuer. Auch eine Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung Straße für Erhalt und Betrieb der Fernstraßen werde in der Koalition derzeit besprochen.

Der von der schwarz-gelben Koalition beschlossene Feldversuch mit überlangen LKW soll laut Scheuer ergebnisoffen geführt werden. Das Bundesverkehrsministerium strebe einen „großflächigen Test“ mit Lang-LKW an, der nach einem bis eineinhalb Jahren abgeschlossen sei. Für die Fahrzeuge soll ein zulässiges Höchstgewicht von 44 Tonnen gelten, bei einer Länge von 25,25 Metern. Insgesamt hätten bereits gut 300 mittelständische Transportunternehmen Interesse an einer Teilnahme angemeldet. Mit dem neuen Begriff „Lang-LKW“ will das Ministerium die Debatte versachlichen. Vor allem den Bürgern solle die unbegründete Angst vor den längeren Fahrzeugen genommen werden, sagte Scheuer.

Neben dem Feldversuch soll insbesondere der bereits unter Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begonnene Ausbau der LKW-Stellplätze fortgesetzt werden. „Hier besteht großer Handlungsbedarf“, betonte Scheuer. Aus dem Masterplan gestrichen wurde der Punkte „Externe Kosten“. „Hier gab es reichlich Diskussion in der Runde“, gab Scheuer zu, lobte jedoch das insgesamt sehr gute Klima und die Kompromissbereitschaft der Verkehrswirtschaft. Anfang Juli ist ein zweites Treffen von Scheuer mit den Vertretern der Verbände und Institutionen geplant, um einen Feinentwurf des Aktionsplans Güterverkehr und Logistik abzustimmen. (sb)

 
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26.05.2010Artikelinformationen

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