EU will mehr Sicherheit auf der Straße

23.05.2008 16:59 Uhr
EU
EU will mehr Fahrerassistenzsysteme vorschreiben (Bild: EU)
© Foto: EU-Parlament

Fahrerassistenzsysteme für Nutzfahrzeuge künftig vorgeschrieben: Notbremssystem und Abstandsradar werden Pflicht

Brüssel. Die EU-Kommission hat heute eine Verordnung vorgeschlagen, mit der Kraftfahrzeuge sicherer und umweltfreundlicher werden sollen. Ihr zufolge wäre ab 2013 die Ausrüstung neuer Nutzfahrzeuge mit einem „vorausschauenden Notbremssystem“ Pflicht. Es soll den Fahrer auf einen zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Wagen aufmerksam machen und bei Crashgefahr eine automatische Bremsung einleiten. Eingeführt würde zeitgleich ein Spurhalteassistent, der den Fahrer warnt, wenn sein LKW oder Bus die Fahrspur verlässt. Vorgeschrieben wird im Verordnungsentwurf zudem ein Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) ab 2012 für neue Modelle von PKW und Nutzfahrzeugen und ab 2014 für alle produzierten Neuwagen. Das auf das Antriebs- und Bremssystem wirkende ESP hilft dem Fahrer, in kritischen Situationen die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten. Nach ersten Schätzungen würden durch Nutzfahrzeuge mit diesen Sicherheitssystemen in der EU jährlich etwa 2500 Menschenleben gerettet. Obligatorisch würden nach den Plänen der Kommission ab 2012 Reifen mit geringem Rollwiderstand. Davon verspricht sich die Kommission neben weniger Spritverbrauch eine Senkung der CO2-Emissionen um bis zu sieben Gramm pro Kilometer. Damit dies nicht auf Kosten anderer relevanter Reifenqualitäten geht, werden Anforderungen an Eigenschaften wie Nasshaftung oder Rollgeräusch festgelegt. Dies diene der Umsetzung der im Februar 2007 angenommenen Strategie zur Minderung der CO2-Emissionen, heißt es in einer Erklärung der Unionsbehörde. Weitere Effekte in dieser Richtung beabsichtigt sie ab 2012 durch eine Ausstattung der Fahrzeuge mit Überwachungssystemen für den Reifendruck. Sie sollen wirtschaftliches Fahren, längere Haltbarkeit der Reifen und mehr Sicherheit garantieren. Ist der Druck zu niedrig, kann der Kraftstoffverbrauch nach EU-Angaben um bis zu vier Prozent steigen und die Lebensdauer der Reifen um bis zu 45 Prozent verkürzen. Der Rechtsentwurf geht nun in die EU-Gesetzgebung. (dw)

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