27.01.2009 |

EU-Grüne kritisieren Eurocombi-Zulassung durch die Hintertür

Brüssel. Die Einführung von 25-Meter-LKW widerspreche „jeder nachhaltigen und intelligenten Verkehrspolitik“. Mit dieser Kritik verurteilte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament (EP), Michael Cramer, die durch das Verkehrsministerium von Mecklenburg-Vorpommern „stillschweigend“ vorgenommene Verlängerung der bis Ende 2008 gültigen Ausnahmegenehmigungen für überlange Lastzüge um ein Jahr. Nach Thüringen versuche nun auch die Landesregierung in Schwerin die „Zulassung der Monstertrucks durch die Hintertür“, warnte der Berliner EU-Abgeordnete.

Politisch seien die so genannten Eurocombi „nicht gewollt, weil so die Gewinne für wenige Spediteure gesteigert werden - auf Kosten der Allgemeinheit“. Zudem würden sie „schwere Verkehrsunfälle noch schlimmer machen“ sowie mehr Straßenschäden und entsprechende Infrastrukturkosten verursachen, denn durch die höhere Straßenbelastung verkürzten sich die Reparaturintervalle. In Deutschland wären für den Ausbau geeigneter Infrastrukturen acht Milliarden Euro nötig.

Die Pilotversuche in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg seien „sinnvollerweise bereits gestoppt“, konstatiert Cramer. Er fordert Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf, „seinen Amtskollegen in Schwerin in die Schranken zu weisen, weil er den Beschluss der Verkehrsministerkonferenz zu Monstertrucks missachtet“. Die 25-Meter-LKW würden nach Cramers Ansicht auch die Verlagerung auf die „umweltfreundlichere und sichere Schiene“ sowie den Kombinierten Verkehr gefährden und den Einzelwagenverkehr auf der Güterschiene beenden.

Er findet die Argumentation zur Einsparung von Emissionen „gesamtwirtschaftlich gesehen nicht schlüssig“. Wer mit solchen Fahrzeugen „den Transport auf der Straße noch attraktiver macht, verhindert den Aufbau eines umweltgerechten Verkehrssystems“, meinte der Grünen-Politiker. (dw)

 
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