EU erforscht Klimaschäden durch LKW

13.03.2009 16:20 Uhr
Auspuff
EU-Kommission rechnet bis 2030 mit einer Verdoppelung des CO2-Ausstoßes von LKW (ddp)
© Foto: ddp

In einem neuen EU-Labor soll der Treibgasausstoß durch Lastwagen untersucht werden

Ispra. Mit einem neuen Labor will die Europäische Union den Treibhausgas-Ausstoß von Lastwagen erforschen. In der neuen Anlage im norditalienischen Ispra können die Abgase von bis zu 40 Tonnen schweren Lastwagen und bis zu zwölf Meter langen Bussen gemessen werden. Dafür werden der Luftwiderstand und die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn nachgestellt. Die Ergebnisse sollen so schnell wie möglich im Kampf gegen den Klimawandel genutzt werden, sagte EU- Forschungskommissar Janez Potocnik am Freitag während der Eröffnung in Ispra. „Bisher haben wir nur vage Kenntnis darüber, wie viel Kohlendioxid ein schwerer Lastwagen ausstößt.“ Der Kohlendioxid-Ausstoß von Lastwagen in Europa könnte sich nach Einschätzung der Kommission bis 2030 verdoppeln, falls ihr Energieverbrauch nicht gesenkt wird. So verursachen sie 23 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes durch den Verkehr in der EU, machen aber nur drei Prozent aller Fahrzeuge aus. Neben der Verringerung des Schadstoffausstoßes müsse auch dafür gesorgt werden, dass mehr Güter mit Schiffen und Zügen transportiert würden, sagte Potocnik. Die Untersuchungen im neuen Labor sollen helfen, Emissionsnormen festzulegen. Bis zum 1. April 2010 müssen in der EU Leitlinien zur Umsetzung neuer Normen etwa für Schwerlaster (Euro-6-Norm) festgelegt werden. Am EU-Forschungszentrum in Ispra untersuchen Wissenschaftler bereits seit dem Jahr 2000 den Kraftstoffverbrauch von Autos und Motorrädern. Das neue Labor für Lastwagen wurde zusammen mit der Region Lombardei eingerichtet und kostete 4,5 Millionen Euro. (dpa)

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