Erstmals seit 2003 Rückgang beim Gütertransport in der Binnenschifffahrt

04.03.2009 11:05 Uhr
binnenschiff
Binnenschiffe transportieren 2008 weniger

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes konnte die Binnenschifffahrt in Deutschland im Jahr 2008 ihr Rekordergebnis von 2007 nicht wieder erreichen

Wiesbaden. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes konnte die Binnenschifffahrt in Deutschland im Jahr 2008 ihr Rekordergebnis von 2007 nicht wieder erreichen: Die Beförderungsmenge verringerte sich gegenüber 2007 um 1,6 Prozent auf nunmehr 245,0 Millionen Tonnen. Dennoch ist dies die zweithöchste Transportmenge, die seit der Wiedervereinigung Deutschlands in der Binnenschifffahrt transportiert wurde. Die Beförderungsmenge hat damit erstmals im Jahresvergleich seit 2003 abgenommen. Im Dezember 2008 waren die Rückgänge (zum Teil wegen zugefrorener Wasserstraßen) mit 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat überdurchschnittlich hoch, im innerdeutschen Verkehr und dem Versand in das Ausland war der Rückgang mit jeweils rund 17 Prozent noch höher. Im gesamten Jahr 2008 ist im innerdeutschen Verkehr der Gütertransport per Binnenschiff um 3,3 Prozent zurückgegangen, beim Versand ins Ausland gab es ein Minus von 4,0 Prozent. Der mengenmäßig besonders bedeutsame grenzüberschreitende Empfang aus dem Ausland (108 Millionen Tonnen) ist dagegen um 0,2 Prozent angestiegen und erreichte einen Anteil von fast 44 Prozent an allen Transporten der Binnenschifffahrt. Hier zeigt sich laut Statistischen Bundesamt „auch die wichtige Verteilerfunktion der Binnenschifffahrt“ für die Waren aus den niederländischen und belgischen Seehäfen. Eine Zunahme (+ 0,6 Prozent) verbuchten auch die Gütertransporte im Durchgangsverkehr. Die Betrachtung nach Güterarten zeigt kein einheitliches Bild: Die von der Menge her bedeutendste Güterart Steine und Erden mit fast 51,8 Millionen Tonnen stieg im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozent, die an zweiter Stelle stehenden Mineralöl- und ähnliche Erzeugnisse (37,0 Millionen Tonnen) nahmen um 4,1 Prozent zu. Der Transport von Erzen, Metallabfällen sank dagegen um 3,1 Prozent, der von festen mineralischen Brennstoffen nahm sogar um 5,4 Prozent auf 34,3 Millionen Tonnen ab. Daneben ging zwar die Transportmenge Landwirtschaftlicher Erzeugnisse leicht zurück (-2,8 Prozent auf 10,2 Millionen Tonnen), aber die Beförderung anderer Nahrungs- und Futtermittel (15,6 Millionen Tonnen) nahm um 2,4 Prozent zu. Einen Anstieg gab es auch bei Düngemitteln mit 1,0 Prozent auf 5,8 Millionen Tonnen, während Eisen, Nicht-Eisen-Metalle (-7,9 Prozent) und andere Halb- und Fertigerzeugnisse (- 4,9 Prozent) Abschläge hinnehmen mussten. Der kombinierte Verkehr übertraf zwar auch im Jahr 2008 wieder die Marke von zwei Millionen TEU (=Twenty-foot Equivalent Unit/Standardcontainer), erzielte dabei allerdings mit 2,05 Millionen TEU ein Minus von 3,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2007. (ak)

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