Erste Gespräche zur Zukunft der insolventen Wadan-Werften

08.06.2009 12:19 Uhr
Wadan Yards
Die Wadan-Werften in Rostock und Wismar mussten am Freitag Insolvenz anmelden
© Foto: Wadan Yards

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung verhandelt mit Investoren

Schwerin/Rostock. Wenige Tage nach dem Insolvenzantrag der Wadan-Werften in Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesregierung in Schwerin erste Gespräche mit möglichen Investoren geführt. „Wir haben Kontakte zur Bremer Hegemann-Gruppe aufgenommen“, sagte ein Sprecher des Schweriner Wirtschaftsministeriums am Samstag in Schwerin. Zur Hegemann-Gruppe gehören unter anderem die Werften in Stralsund und Wolgast. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Es brauche jetzt Zeit, um solche Gespräche für eine möglichst konstruktive Lösung zu führen. Gleichzeitig wurde am Samstag in Wismar die erste von zwei neuen Schiffsfähren, die die Werften bauen, erstmals zu Wasser gelassen. Die Wadan-Gruppe ist der größte Schiffbauer im Nordosten. Sie gehört zu 70 Prozent dem russischen Finanzinvestor FLC West und zu 30 Prozent der koreanischen STX Europe und hatte am Freitag Insolvenzanträge für fünf Einzelfirmen gestellt. Zu Wadan gehören seit 2008 die Traditionswerften in Wismar und Rostock-Warnemünde, rund 2500 Beschäftigte sind dort betroffen. Trotz staatlicher Hilfen hatten die beiden Eigentümer nach Angaben des Landes keine weiteren Gelder zur Verfügung gestellt, so dass Kredite nicht länger in Anspruch genommen werden konnten. Land und Bund kritisierten das Verhalten der Eigentümer. Die neue Fracht- und Schiffsfähre aus Wismar, die 1200 Passagieren und mehreren hundert LKW und PKW Platz bietet, soll die weltweit größte ihrer Art werden und für die schwedische Stena Line fahren. Nach dem „Aufschwimmen“, wie der erste Wassertest genannt wird, kommt das Schiff wieder ins Dock. Es soll bis Anfang 2010 fertiggebaut und getestet werden. Die zweite Fähre wird ebenfalls bereits gebaut. Das Land will sich nach der Wadan-Insolvenz auch um die rund 260 Zulieferer kümmern, die den Werften bereits mit der Stundung fälliger Rechnungen halfen. (dpa)

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