11.09.2006 |

„Emma Maersk“ in Bremerhaven

Bremerhaven. Das nach offiziellen Angaben größte Containerschiff der Welt hat erstmals in einem deutschen Hafen angelegt. Auf ihrer Jungfernfahrt traf die 398 Meter lange „Emma Maersk“ am Sonntagnachmittag in Bremerhaven ein. Der Neubau der dänischen Reederei Maersk ist mit einer Kapazität von mehr als 11.000 Standardcontainern (TEU) das erste Schiff jener Größe, für die Niedersachsen und Bremen den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven bauen wollen. Voll beladen kann das Schiff weder Elbe noch Weser befahren.

Knapp drei Stunden benötigte die „Emma Maersk“ für die 60 Kilometer lange Revierfahrt von der Wesermündung bis zum Containerterminal Bremerhaven. Mehrere hundert Zuschauer verfolgten von Land und auf Schiffen das Wende- und Anlegemanöver. Damit der Riesenfrachter überhaupt anlegen konnte, hatte die Hafengesellschaft Bremenports zuvor die Wendestelle vor dem Terminal auf 600 Meter verbreitern lassen und dafür 425.000 Kubikmeter Sand aus der Weser gebaggert.

Die „Emma Maersk“ gehört nach Angaben der Reederei zu einer neuen Klasse von Containerschiffen für den schnellen Liniendienst zwischen Europa und dem Fernen Osten. Der Riesenfrachter kann rund ein Drittel mehr Container tragen als die bislang größten Schiffe. Experten gehen davon aus, dass der Neubau statt der offiziell angegebenen 11.000 TEU rund 13.000 Container transportieren kann.

Auf den Zufahrten zu den deutschen Häfen wird es für die Riesen allerdings eng. Voll beladen hat das Schiff nach Reedereiangaben einen Tiefgang von 16 Metern. Die Weser ist nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) derzeit aber nur für Schiffe bis 13,80 Meter Tiefgang uneingeschränkt passierbar. Ähnlich sind auch die Tiefenverhältnisse auf der Elbe zwischen Cuxhaven und Hamburg.

Selbst die derzeit geplante Außenweser- und Elbevertiefung um jeweils rund einen Meter reicht für die neue Schiffsgeneration nicht aus. Mit dem Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven wollen die Länder Bremen und Niedersachsen deswegen einen Hafen bauen, der auch für Schiffe mit 18 Metern Tiefgang jederzeit erreichbar ist.

Obwohl die „Emma Maersk“ nur mit einigen hundert Containern beladen aus dem dänischen Aarhus kommend in Bremerhaven eintraf, galten für die Premiere besondere Sicherheitsvorkehrungen. Während der Ansteuerung wurde das Fahrwasser laut WSA in Teilbereichen für entgegenkommende Schiffe gesperrt. Im streckenweise nur 220 Meter breiten Weserfahrwasser können sich nach WSA-Angaben nur Schiffe mit einer Gesamtbreite von 65 Metern begegnen. Die „Emma Maersk“ ist alleine 56 Meter breit.

Die Jungfernfahrt führt den Riesenfrachter unter anderem nach Singapore, China und Japan. Auf der Rückreise wird das Containerschiff am 8. November wieder in Bremerhaven erwartet. (dpa/sb)

 
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